Donnerstag, 31. Dezember 2009

Guten Rutsch ins Neue Jahr!

2009 nähert sich dem Ende. Mir hat es viel Freude bereitet - ich hoffe, ihr könnt das Gleiche behaupten. Mein Tipp für ein grandioses 2010: Vorsätze auf den Mond schiessen (es ist Vollmond - also leicht zu treffen!) und dafür konzentriert und kontinuierlich an euch arbeiten. Woran? Das wisst ihr mit Sicherheit selbst.

Und noch ein Tipp: nicht gleich am ersten Tag des neuen Jahres schon wieder übertreiben. Wie übertreiben? Hier eine kleine Kostprobe.

2009 - Year 16 - Vancouver New Years's Day Fat Ass 50 Run and Freeze Your Fat Ass Swim: 78 Teilnehmer - 37 rannten 50 km und stürzten sich dann in die Fluten des Pazifik. Crazy Cannucks!



Auch diese Jahr findet der Event wieder statt!

Also, guten Rutsch und auf ein tolles 2010!

Montag, 28. Dezember 2009

Breite anstatt schmale Latten!


Heute waren wieder einmal die breiten Latten angesagt - Saisonpremiere. Nachdem ich mich in den letzten Jahren vom Powder-Pig zum langlaufenden Ironshark mutierte ein recht seltenes Ereignis. Irgendwie schon eigenartig: Während Jahren konnte ich kaum genug kriegen und heute bin ich nach einem Vormittag schon bedient. So ändern sich halt die Präferenzen! Aber es hat dennoch Spass gemacht.

Freitag, 25. Dezember 2009

Endlich wieder Winter!


20 cm Neuschnee versprechen für morgen perfekte Bedingungen für ein hartes Langlauftraining im Hinblick auf den Planoiras!

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Weihnachtslied einmal anders!

Im guten alten England kürt BBC Radio 5 jedes Jahr den Spitzenreiter der Charts am Sonntag vor Weihnachten zum offiziellen Weihnachtssong. Normalerweise wird die Nummer eins denn auch seit Jahren ein Song des Siegers der Casting-Show Brittain's got Talent. Dieses Jahr hingegen machte sich ein Ehepaar einen Spass daraus, über Facebook auszurufen, gegen diese Tradition zu verstossen. Und weil mittlerweile auch in good old England mehr Rebellen als Traditionalisten zu finden sind, machten sie das Unmögliche möglich.

Sie riefen dazu auf, den 17 Jahre alten Rage against the Machine-Song "Killing in the name of" per Download zur Nummer eins zu machen. Und siehe da: 502'000 mal wurde das Lied herunter geladen und ist nun der offizielle X-Mas-Song im Vereinigten Königreich. Deftig, deftig!

Vorsicht, die Texte sind ganz und gar nicht jugendfrei!


Irgendwie mutet auch das wieder an, wie eine Geschichte, die eigentlich gar nicht möglich ist. Da war doch was? Ja, genau: Yes, we can! Und jetzt Rage against the Machine. Und morgen? Das bleibt euch überlassen. Die Message: Go out there and get it - you can do it!

Frohe Weihnachten und viele beschauliche Stunden im Kreis von Familie und Freunden!

Sonntag, 20. Dezember 2009

Das ewige Duell am Planoiras geht in eine neue Runde.

Seit gestern weilen wir wieder in Savognin. Es ist bitter kalt - heute Nacht war es hier oben -20°. Dafür wurden wir heute mit einen Prachtstag belohnt: Stahlblauer Himmel und traumhafte Verhältnisse für Langlauf und Alpin. Für mich war Saisonstart auf den schmalen Latten. Sehr spät, denn in den beiden Vorjahren konnte ich mir den ersten Schliff jeweil in Lapland holen. Diese Saison muss ich mir die Planoiras-Form also in den zwei Wochen zwischen Weihnachten und Neujahr antrainieren. Denn bereits zum 5. Mal kreuzen Ironnonno Sandro und Ironshark Gilbert die Klingen, resp. die Latten. Das Duell steht 2:1 für Ironnonno, bei einem verhinderten Duell, weil er den Stock brach. Am 10. Januar 2010 fällt der Startschuss in St. Cassian.

Noch ist die Freundschaft wichtiger als das testosterongesteuerte Imponiergehabe, wie dieses Foto von heute eindeutig beweist:


Aber schon bald gilt es ernst und die Nettigkeiten werden auf ein Minimum reduziert. Die Materialschlacht ist auch schon eingeläutet. Ich habe mir heute den Fischer Lochski gekauft, dazu den neuen Salomon-Schuh mit Ristschnalle. Und dieses Mal habe ich einen Belagschliff für kalte Temperaturen gewählt, nachdem ich in den bisherigen Austragungen des epischen Duells immer mit warmer Struktur bei kalten Schneetemperaturen gekämpft habe. Jetzt gibt es also keine Ausreden mehr. May the best man win!

Dienstag, 15. Dezember 2009

Seckle, seckle, seckle - es ist Advent und der Oberschenkel brennt!

Der 3. Advent war auch dieses Jahr gleichbedeutend mit dem Zürcher Silvesterlauf. Zum 3. Mal lief ich trotz eisiger Bise die 8.6 km in der Zürcher Altstadt und hatte auch in diesem Jahr wieder viel Spass. Allen Unkenrufen zum Trotz begleitete mich mein Bruder und so waren also sowohl Ironshark wie auch Ironfrog unter den rund 17'000 Verrückten, die am Sonntag Nachmittag anstatt Guetzli essen etwas für ihre Fitness taten.

Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren hatte ich gerade einmal 10 Trainingstage und lediglich ca. 40 Laufkilometer in den Beinen. Dafür immer noch etwas Muskelkater von den neuen Trainingsreizen. Entsprechend konservativ waren denn auch die Erwartungen. Aber, wenn man wie ich sein Triathlonleben quasi ins Schaufenster der Öffentlichkeit stellt, will man natürlich auch einigermassen passabel abschneiden. Die Renntaktik war einfach: losrennen und hoffen, dass der Hammermann nicht oder nicht allzu früh kommt.

Nach 36:13 Minuten war ich im Ziel - als 634. Overall und 49. meiner AK. Ganz ok, aber sicher keine Grund zum allzu euphorisch werden. Schliesslich war ich im 2007 schon 34:18 Minuten gelaufen. Damals allerdings mit über 400 km in den Beinen.

Die Learnings: Das Laufen wird mich auch diesen Winter wieder sehr beschäftigen! Es gibt viel zu tun - packen wir es an!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Ironshark schwimmt flossenlahm!!

Anlässlich meines Aufenthalts in San Diego hat mich Coach Sergio beim Schwimmen auf Video gebannt. Sinn und Zweck: Aufdecken von technischen Mängeln. Obwohl ich schon davon ausgegangen bin, dass sich einige Fehler eingeschlichen haben, das Resultat hat mich geschockt! Auf den Punkt gebracht: Mein Armzug war richtig Kacke! Hier der Videobeweis:



Was also stimmt nicht? Der Eintauchwinkel ist ok, aber der Eintauchpunkt zu eng an der Körperachse. Die erste Zugphase stimmt wieder, dann überkreuze ich unter dem Körper die Körperachse - links besonders schlimm, weil ich auf rechts atme. Dadurch mache ich eine S-Bewegung, die keine Vortrieb bringt und verliere zudem den Wasserdruck auf der Hand. Das ganze resultiert dann auch noch in einem Scherenbeinschlag. Autsch!

Also, wer schneller schwimmen will, sollte auf folgendes achten:
  • Hand tritt kurz vor dem Kopf in steilem Winkel ins Wasser ein, ca. 30 cm tief. Dort ist der Wasserdruck höher.
  • Der steile Eintauchwinkel verhindert die übermässige Blasenbildung an den Händen, welche den Druckaufbau minimiert.
  • Der Armzug beginnt mit hohem Ellenbogen, die Finger zeigen auf den Beckenboden.
  • Die Hand darf nie über die Körperachse auf die andere Seite ziehen - am besten bleibt sie immer am Rand der entsprechenden Körperseite.
Wie einfach es ist, zeigt dieses Video:


Wie üben? Ganz simpel: 25m Schwimmen mit dem Fokus auf jeweils einen Punkt. Also z.B. Breiter steil eintauchen / Hand zeigt auf Beckenboden / Hand zieht dem Körperrand entlang. Nach 25m immer 10-15 Sekunden Pause machen und neue Konzentration aufbauen.

Und wer denkt, dass er so seine Fitness verliehrt - bullshit, trust me. Mein Training besteht im Moment aus lauter 25ern und 50ern. Denn ich will nicht flossenlahm schwimmen, sonder wie ein richtiger Ironshark. Und noch etwas: Ihr seid nicht alleine mit diesem Problem: bei 9 von 10 Triathleten ist das der Knackpunkt überhaupt. So, jetzt könnt ihr weiterhin viel Geld für Kurse ausgeben oder anfangen, 25er zu schwimmen. Aber mit Köpfchen!

Sonntag, 6. Dezember 2009

Neueste Ergebnisse aus Phuket beweisen: Nächtliches Daumendrücken wirkt!

Und sie haben wieder zugeschlagen - die Bike-4-Friends-Aficionados um Leitwolf Ironnonno! Letzte Nacht dominierten Sie den Laguna Phuket Triathlon mit Podestplätzen und ehrenvollen Rangierungen en masse. Inwieweit das nächtliche Daumendrücken des Authors zu dieser Dominanz beigetragen hat, lässt sich zwar empirisch nicht beweisen, dürfte aber dennoch nicht zu unterschätzen sein.

Hier die Ehrentafel (Ladies First):

  • Doc Barbara Grüter - 3. Rang AK 50-54
  • Evelyn Janik - 10. Rang AK 45-49
  • Sandro Angelastri - 1. Rang AK 50-54
  • Peter Fierz - 3. Rang AK 50-54
  • Mäni Hefti - 1. Rang AK 60-64
  • Heinz Giger - 1. Rang AK 65+
Sandro, Mäni und Heinz ginge als Titelverteidiger an den Start und zeigte einmal mehr, dass die Schweiz mehr zustande bringt als Minarett-Verbote. Bemerkenswert ist der 3. Rang von Peter Fierz (vormals aka Wechselzonen-Siebenschläfer): Wie aus dem Nichts legte er Weltklasse-Wechselzeiten hin! Peter, du hast dir einen neuen Übernamen verdient: Peter aka King of the Hill (Albula, Flüela, tut mir heute noch weh!).

Nachdem nun für alle definitiv Saisonende ist, können wir davon ausgehen, dass in den nächsten Tagen wohl die eine oder andere Hirnzelle auf der Strecke bleiben wird. Gut so, denn deren Vernichtung ist bekanntlich gekoppelt mit Quality Party Time. Lasst die (Kron-)Korken knallen!

Samstag, 5. Dezember 2009

Go, go, go Evelyn.

In Phuket findet heute Nacht der gemäss Ironnonno schönste Triathlon der Welt statt. Natürlich ist auch er wieder am Start, begleitet von einer wilden Schar unverwüstlicher Bike-4-Friends-Triathleten mit und ohne Anhang. Wie immer gehören sie (fast) alle zu den Favoriten auf einen Podestplatz.

Weil das Daumendrücken ab 01.00 Uhr Schweizer Zeit etwas schwierig ist, habe ich mir etwas ausgedacht. Es ist speziell für Evelyn Janik - ihr habe ich versprochen, trotz sanftem Schlummern fest zu drücken. Go, go, go Evelyn, gib alles ....


Donnerstag, 3. Dezember 2009

Wie bitte, Muskelkater?

Seit heute Morgen tut mir jeder Schritt weh. Nein, keine Verletzung, dafür ein ausgewachsener Muskelkater. Wie dass denn?

Darauf gibt es eine ganz einfache Antwort. Während meines Aufenthaltes in San Diego hat Sergio meinen Laufstil unter die Lupe genommen (nicht nur den Laufstil, aber dazu ein anderes Mal mehr) und analysiert. Nun, jeder, der meine Laufstil kennt wird nicht überrascht sein, dass auch ihm meine kurzen Stakatoschritte aufgefallen sind. Der Fersenhub ist zwar besser geworden, resultiert aber nicht in einem höheren Kniehub und folglich auch nicht in einer verlängerten Flugphase (????).

Deshalb haben wir beschlossen, in den ersten 10 -12 Wochen des neuen Trainingsjahres den Fokus ganz auf das Laufen zu legen, ohne aber die anderen zwei Disziplinen zu vernachlässigen. Im Klartext bedeutet dies, dass ich öfter laufe, weniger Kilometer zurücklege, dafür in jeder Einheit technische Aspekte berücksichtige. Denn so paradox es auch klingen mag: Mehr Laufen macht mich nicht besser, weniger mit gezieltem Kraft- und Technikaufbau (hoffentlich) schon.

Der Grund für meine kurzen Schritte ist die Unbeweglichkeit im Bereich der Hüfte und des Beckens. Plus (und für mich doch überraschend): Kraftdefizite im Gluteus und Hamstring. Diesen beiden Übeln haben wir nun den Kampf angesagt.

Im Krafttraining neu eingebaut haben wir die guten alten Basisübungen Squats (Kniebeugen), Lunges (Kniebeuge mit Ausfallschritt) und Deadlift (Kreuzheben). Und zwei Mal die Woche gibt es neu ein Lauf-ABC. Nein, nicht das 08-15 Programm, dass bei jedem Laufseminar wieder zum besten gegeben wird. Was wir tun ist eine Kombination von Stärkung der laufspezifischen Bein- und Rumpfmuskulatur in Kombination mit Beweglichkeit der Hüfte. 13 Übungen sind es total. Und wie notwendig sie sind, zeigt sich nun eben mit meinem Muskelkater. Hier stellvertretend für das Programm zwei meiner neuen Lieblingsübungen:












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Übrigens, auf der Website von Core Performance findest du eine unglaubliche Anzahl von Lauf-ABC-Übungen mit Videoanleitung. Schau doch mal rein, ich bin sicher auch du kannst deinen Laufstil noch verbessern - und schneller werden!

Montag, 30. November 2009

30. November 2009 - Tag 1 auf dem Weg zurück nach Kona!

Es schneit! Langsam verwandelt sich Feusisberg wie der Rest der Schweiz in eine weiss gezuckerte Winterlandschaft. Irgendwie also der perfekte Tag, um ins Wintertraining einzusteigen.

Ich begebe mich auf ein Neues auf eine spannende Reise, deren Ziel hoffentlich Kailua-Kona, Hawaii sein wird, wo ich am 9. Oktober 2010 die Worte "Gilbert, you are an Ironman" hören möchte. Bis dahin wird in unzähligen harten Trainings wieder viel Schweiss fliessen, aber ich werde auch wieder viel Spass haben.

Den Start in die neue Saison möchte ich auch mit einem neuen Layout meines Blogs manifestieren. Aber nicht nur die Gestaltung hat sich verändert, es gibt auch laufend neue, spannende Informationen und Unterlagen. Heute neu dazu gekommen:
  • Mein Rennkalender - Links zu den Websites der Rennen, die ich 2010 bestreiten werde.
  • Mein Trainingsplan - Das Original-Dokument von SERGIO BORGES X TRAINING zum Anschauen, Staunen, Kopf schütteln etc.
SERGIO BORGES X TRAINING? Und was ist bitte aus ironguides geworden? Nun, die Antwort ist einfach. Anlässlich meines Besuchs in San Diego hat mich Sergio darüber aufgeklärt, dass er ironguides wieder verlassen werde. Nicht inhaltliche Differenzen, sondern unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Arbeitsaufteilung innerhalb der Organisation führten zu diesem Schritt.

Eigentlich wollte ich ja die ironguide coaching certification erwerben. Aber ich habe mich entschlossen, meine Zusammenarbeit mit ironguides aufzugeben und diejenige mit Sergio auszubauen. So wird er mich in Zukunft nicht nur coachen, sondern mich als Mentor und Businesspartner meiner neuen Coachingfirma GILBERT FISCH X TRAINING unterstützen. Momentan laufen alle Vorbereitungen auf Hochtouren, so dass ich Anfang 2010 aktiv am Markt auftreten kann. Selbstverständlich werdet ihr an dieser Stelle laufend über den Fortschritt und das Startdatum informiert werden.

Ich werde also in Zukunft nicht nur aktiver Triathlet sondern auch Coach sein. Darauf freue ich mich besonders, denn gerade weil als Autodidakt viel über dos und donts gelernt habe, kann ich ein breites Fachwissen anbieten. Und mit der Trainingsmethode der Umgekehrten Periodisierung eine Trainingsphilosophie, die in den nächsten Jahren viel zu reden geben wird. Dranbleiben, das wird super spannend!

So, genug fürs erste. Bleibt noch zu ergänzen, dass nach dem ersten Training die Beine schon mächtig müde sind. Tja, auch ich werde nicht jünger.

Sonntag, 15. November 2009

Clearwater race report.


Die IM 70.3 World Championships hier in Clearwater sind verschriehen als ultimatives Windschattenrennen. Die Radstrecke ist Topfeben und super schnell. Jedes Jahr versichern die Organisatoren, alles zu unternehmen, um das Windschattenfahren zu unterbinden. Und jedes Jahr dann wieder dasselbe Bild: Gruppen von bis zu 50 Athleten Rad an Rad. Meiner Meinung nach ist die Einteilung der Startwellen mit ein Grund, wieso es dazu kommt. Beispiel: Drei Minuten nach meiner AG 50-54 startet die AG 30-34. Noch Fragen? Würden die Jungen zuerst und die Alten zuletzt starten, hätten zumindest weniger Alte die Möglichkeit, mit den schnellen Jungen mitzufahren.

Ich wusste um diese Problematik. Meine Ziele waren: So schnell wie noch nie schwimmen, möglichst nahe an 2:15 Std. auf dem Velo und dann auf der Laufstrecke einfach noch herauspressen, was noch drin ist. Aber ich wollte die Velozeit sauber fahren, ohne Gruppe und Windschatten-Unterstützung. Also blieb nur die Flucht nach vorne.

Der Schwimmstart wurde vom Strand am Golf von Mexiko in den Jachthafen verlegt. Die stürmische See und die Strömungen waren einfach zu gefährlich. Weil die Platzverhältnisse im Hafen aber eng sind, starteten wir einer nach dem anderen, so alle 2 Sekunden ging ein Athlet ins Wasser. Meine AG gleich hinter den +45 Frauen. Ich wollte ganz zuvorderst ins Wasser und schwamm als 4. los. Von Anfang an gab ich mächtig Gas und stieg nach 27:17 Min. aus dem Wasser - Bestzeit in meiner AG und 89. Rang overall!! Erstes Ziel erreicht.

Nach einem schnellen Wechsel aufs Velo fand ich sofort meine Beine und überholte innert wenigen Kilometern die fünf noch vor mir liegenden Frauen. Nun war ich allein an der Spitze aller AG-Teilnehmer, vor mir nur noch die Profis. Nach 25 km kam dann der erste Schnellzug der Dreissigjährigen. Die vier Spitzenreiter legten ein abartiges Tempo vor. Ich folgte mit sauberen sieben Metern Abstand, musste aber einsehen, dass es für mich zu schnell war. Entweder in die Zone fahren (also bescheissen) oder abreissen lassen - ich entschied mich für die saubere Lösung und liess abreissen. Dann wieder rund 20 km alleine bis die nächste Fünfergruppe kam. Hier konnte ich mitfahren. Ein Race Marhall hatte uns auf dem Kiecker und fuchtelte drohend mit seiner roten Karte. Ich nahm sicherheitshalber 10 Meter Abstand, passte nicht gut auf und schon waren sie wieder weg. Den Rest bis in die T2 fuhr ich wieder alleine. Nach 2:17:11 stieg ich vom Rad. Zweites Ziel fast erreicht, dafür so sauber wie wohl nur ganz wenige an diesem Tag. Auf dem Weg ins Wechselzelt sah ich dann rund eineinhalb Minuten hinter mir den ersten Pulk mit gut 50 Athleten einbiegen - mit allen Favoriten in meiner AG.

Wieder ein schneller Wechsel und los auf die Laufstrecke. Die 90 km waren sehr hart und meine Renneinteilung forderte ihren Tribut. Die Laufbeine waren nur bedingt da und links und rechts schossen die schnellen Läufer vorbei. Im Kopf war ich voll da, keine Schwäche, kein Teufelchen, aber die Beine entwickelten nicht den Speed, den ich mir gewünscht hätte. Ich kämpfte, gab alles und kam nach 4:34:19 als 23. ins Ziel. Total erschöpft, aber wirklich sehr zufrieden. Ich kann von mir behaupten, dass diese Zeit aufgrund meiner Leistung zustande kam - ich wäre wohl keine Sekunde langsamer gewesen, wenn ich ganz alleine unterwegs gewesen wäre. Viele konnten das gestern nicht von sich behaupten.

Vor wenigen Tagen bin ich der FaceBook Gruppe "Say no to drafting" beigetreten. Das verpflichtet. So schwierig es ist, hier in Clearwater auf dem engen Kurs und wegen der idiotischen AG-Einteilung sauber zu fahren, so notwendig ist es, Zeichen zu setzen. Irgendwann geht der Platz aus, um mit 7 Metern Abstand zu fahren. Das müssen die Veranstalter einsehen und es müssen einige Änderungen gemacht werden. Aber auch die Athleten müssen zurück zu fairem Wettkampfverhalten, sonst geht der Sport vor die Hunde.

Lasst es mich noch einmal in aller Deutlichkeit sagen: Ich bin glücklich mit meinem Abschneiden. Mein 23. Rang ist alles andere als eine Enttäuschung - mein Wettkampf war das absolute Maximum, das ich gestern zu leisten im Stande war. Und diese Leistung war etwas vom Besten, was ich bisher abgeliefert habe. 22 Athleten waren besser als ich, ihnen gehört mein Respekt - Fairness hin oder her.

Nun beginnt die Off-Season. Und damit endet das Jahr 1 des Blogs Mission Possible. Aber keine Angst, es geht weiter. Ich habe viele Pläne und einige handfeste Überraschungen im Köcher. Lasst euch überraschen, wenn es Anfang Dezember mit neuem Motto und neuen, spannenden Inhalten weitergehen wird.

Vielen Dank für Eure Treue und die vielen Einträge, Komplimente und den Support.

Samstag, 14. November 2009

After-race-coffee


Ah, mein akku und der des handy sind fast leer. Heute abend wird noch gefeiert, morgen faulenzen und am montag rückflug in die schweiz. Gruss an alle blogleser von der queen of clearwater, die jetzt ihren king wieder hat .;-)

Alte schwimmfreunde


Gilbert und jürg malepel, 2. in seiner ak, gilbert mit 4:34 ist 23. - mein held!

11:34h im ziel


Erschöpft, rund 4 min langsamer als geplant, aber schon wieder am grinsen...

10:54h run km 12


Heiss ists und gilbert auf der 2. laufrunde. Rang unklar, ich schätze knapp 10.

10:26h leiden


Gilbert ist ca bei km 8 und leidet (wie alle).

10:05h laufstrecke


Gilbert on the run, einige gegner dichtauf.

9:42h gilbert is back!


Gilbert ist auf dem weg zur wechselzone, exakt im fahrplan. Er sieht gut aus und war zu schnell für ein foto...

9:16h pro's are back


Die pro-spitze ist zurück, und wies aussieht ist caroline auf rang 2!

8:40h barefoot cafe


Raubtierfütterung der supporter-crew.

7:50h spitze!


Sofern ich das richtig sehe, liegt gil nach dem schwimmen auf rang 1, aber dicht gefolgt von anderen. Es wird ein heisser tag . :-)

7:29h wechselzone


Gil ist auf dem bike nach ca 27 min swim, was wohl top5 wäre. Erwarte ihn in ca 2:15 zurück. Also ab zum breakfast!

7:00h start erfolgt


My hero is on his way!

6:25h unsere pro's...


... scheuen keinen aufwand: caro steffen.

6:10h soon comes the sun



6:05h warten auf den start


Wetter sieht super aus: keine wolke am himmel, wenig wind und schon jetzt recht warm. Sind am schwimmstart und warten, zusammen mit karin thürig und caroline steffen.

5:35h: wechselzone


Ein paar std geschlafen, müesli und muffin verdrückt und schon 2x im wc verschwunden - alles läuft bisher nach plan!

Freitag, 13. November 2009

Race-Rider


Die race-live-bloggerin bereitet das equipment für morgen vor - hier mein luxus beach-cruiser mit rücktritt-bremse! Queens of clearwater liebens halt komfortabel ;-)

The point of no return.

Kleiner Rückblick auf gestern Abend. Wie schon im letzten Jahr war es beim Welcome Dinner vor allem eines: saukalt! Tagsüber hatte ich noch in Shorts dem Wetter getrotzt. Aber es wurde immer kälter und so kam es, dass ich mit fünf Lagen Oberbekleidung, Jeans, Wollkappe und Kappuze gerade mal so warm hatte, dass ich mir keine Erkältung holte.


Das Essen war nach dem kurzen Fussmarsch vom Catering-Zelt zum Tisch schon kalt. Das Programm war copy-paste vom letzten Jahr. Die Baccardi Brothers spielten, die Nationalhymne wurde gesungen, ein Pfarrer musste erleben, dass er nicht zu den Höhepunkten des Abends gehörte, die Fahnen wurden hereingetragen, viel blah-blah, das Racebriefing und dann nichts wie zurück ins warme Hotel.

Heute Morgen dann endlich wieder Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Aber der Wind blies und bläst immer noch stark. Also Schwimmen gleich vor dem Hotel im Kanal. Dann Frühstück und noch 30 Minuten die Beine testen. Testergebnis: oh ! Duschen und Beine rasieren, Race-Bags packen und einchecken - The point of no return!

Beim einchecken dann die Überraschung: das Schwimmen wurde vom Strand in den Jachthafen verlegt. Es hat einfach zu viele Wellen und gefährliche Strömungen. Im Hafen ist das Wasser spiegelblank und lässt wohl superschnelle Zeiten zu. Der Start wird interessant werden: So alle 2 Sekunden wird ein Athlet über eine Timing-Matte ins Rennen gehen. Zum Glück bin ich in der zweiten AG-Welle! Es verspricht ein toller Renntag zu werden: das Wetter nicht zu heiss, etwas Wind und natürlich eine grandiose Kulisse. Let it rock!

Hier noch einmal die wichtigsten Infos in Kürze:
  • Meine Startnummer: 364
  • Start AG 50 (also ich): 7.00 Uhr Ortszeit - 13.00 Uhr Schweizer Zeit
  • Race Results auf Ironman.com: Athlete Tracker
  • Live-Berichterstattung auf diesem Blog ab ca. 12.00 Uhr Schweizer Zeit


Donnerstag, 12. November 2009

Hells Bells!



Noch zwei Tage, bis die Kanone losgeht und die Glocken der Hölle zu läuten beginnen. Nein, ich gehe nicht mit der 666 ins Rennen, sondern mit BIB 364. Aber wenn es losgeht, beginnt ein höllisches Spektakel. "I'm rolling thunder, pouring rain ... I'm coming on like a hurricane .. My lightning's flashing accross the sky". Keine Geschenke, keine Gnade, kein Blick zurück. Angriff total, volle Kanne, alles auf eine Karte. Der Kopf ist bereit, die Beine sind bereit - pain is only temporary but glory lasts forever!

Noch heisst es aber zuwarten. Das Wetter ist bewölkt, saukalt, der Wind pfeifft um die Ohren. Schwimmen im Meer? Fehlanzeige ... abgesehen von ein paar gehirnamputierten Triathleten, die sich noch kurz einmal kaputt schwimmen. Am Samstag solls einen Prachttag geben. Bis dahin: Beine hoch, Filme reinziehen, gescheit essen. Routine eben.








Höllischer Wind - IDAs letztes Aufbäumen.








Scheisskälte .....







Selbsternannter WM-Favorit beim einchecken!

Mittwoch, 11. November 2009

Das Geheimnis eines schnellen Schwimmsplits.

Viele Triathleten bezahlen viel Geld für Schwimmseminare. Da lernen sie dann allerlei nutzloses Zeugs. Schlimmer noch, sie verplemperln in der Folge viel Zeit im Pool mit Technikübungen, die für Poolschwimmer entwickelt wurden. Kaum müssen sie in offenes Wasser, geht die Technik wieder Baden. Das Resultat: Treten an Ort ohne Ende. Dabei ist es doch so einfach. Heute Morgen habe ich die erste Trainingslektion auf Video gebannt, die schlechte Schwimmer wirklich weiter bringt. Das Meer war sehr rau, Wellen bis 1.50m, gefährliche Strömungen. Gerade bei solchen Verhältnissen ist es wichtig, kraftvoll zu schwimmen. Hier also die Lektion:




Also Leute, fleissig üben, wenn ihr nächste Saison früher aus dem Wasser kommen wollt. Spezial-Message an Georges und Sandro, die in gemeinsamen Geheimtrainings den Rückstand auf Ironshark halbieren wollen: Vergesst Total Immersion, übt nach dem "Become an Ironshark in only 30 day or get your money back"-Programm!

Gestern Abend trafen wir übrigens Alexander und Anita Schawalder zum Diner. Alexander ist ein Clearwater-Veteran, war zweimal am Start und ging jeweils als erster seiner AG auf die Laufstrecke. Aber eben, dafür gibts im Triathlon leider nichts zu kaufen. Dieses Jahr stehen für die beiden "nur" Ferien auf dem Programm. Es war ein lustiger Abend unter guten Freunden.

Dienstag, 10. November 2009

Loipenbericht aus Clearwater.

Die Langlaufsaison hier in Clearwater steht kurz vor der Eröffnung. Seit heute Morgen sind die Loipenmaschinen fleissig am Spuren. Es wird ein Netz von fast 100 km gespurt - fantastische Aussichten für abwechslungsreiches Wintertraining! Wir können es kaum erwarten, endlich die Bretter anzuschnallen.


Montag, 9. November 2009

Routine.

Noch bewegt sich nicht viel hier in Clearwater. Abgesehen vom starken Wind natürlich. So wie es aussieht werden wir von IDA verschont werden und die Prognosen für Samstag sind ausgezeichnet.

Wir sind ja schon alte Clearwater-Hasen. Nichts ist wirklich neu - weder verspätetes Gepäck, noch Velo-Routen, noch Frühstücks-Hangouts. So sind wir heute Morgen ins Barefoot Cafe zum Zmörgele.




Nach dem Frühstück stand etwas Sport auf dem Programm: Andrea ging mit der Eitzinger-Bande auf die Laufstrecke, ich schwang mich für 50 Minuten aufs Velo und lief dann noch 20 Minuten. Duschen, Mittagsimbiss, Ausruhen .... wir versuchen immer noch einen Film zu mieten. Bisher erfolgslos. Vielleicht wirds ja noch.

Sonntag, 8. November 2009

Hello Clearwater!

Hier in Clearwater hat vor einem Jahr, genauer am 29. Oktober 2008, die Mission Possible angefangen. Seit gestern Abend sind wir nun wieder hier, an der "Geburtsstätte" meines Blogs. Die Vorzeichen sind diesesmal umgekehrt: Ich bestreite das Rennen - Andrea (aka Queen of Clearwater!!!) begleitet, coacht, fant, unterstützt, macht gute Laune, etc. Eben war Caroline Steffen hier, etwas verzweifelt, weil sie ihren Wechsel abmontiert und sich nun die Kette verdreht hatte. Irgendwie, keiner weiss so genau wie, haben wir das Problem gemeinsam gelöst. Am Pool spielt die Band, der Wind bläst und es ist wunderbar warm - Clearwater, wie man es sich wünscht. Bleibt zu hoffen, dass sich der Hurricane IDA von hier fern hält und sich vor allem der Wind wieder legt. Wer braucht hier schon ein zweites Kona??

Heute Morgen gings natürlich noch aufs Velo. Nach etwas mehr als zwei Stunden und 70 km noch kurz in die Laufschuhe und die Beine per pedes testen. Alles paletti. Ab morgen dann echte Taperphase mit gaaaaanz wenig Training. Schliesslich will ich am Samstag explodieren.

Samstag, 7. November 2009

On the road again!

Die wunderbaren Tage in San Diego sind vorüber und nun geht es weiter nach Clearwater. Das Training ist im Kasten (the hay is in the barn)und die Taperingphase hat begonnen. Ich sitze am Flughafen und warte auf das Boading meines Fluges nach Dallas (J.R. lässt grüssen), von wo aus es dann am Nachmittag weiter geht nach Tampa.

Mein Aufenthalt hier war eine tolles Erlebnis. Auf der einen Seite irgendwie back to the roots (Pfadilager!!) und auf der anderen perfekt für die Vorbereitung auf die WM am kommenden Samstag. Ein grosses Dankeschön an Sergio, Tom und Kay, dass sie mich so herzlich aufgenommen haben. Ein Dankeschön auch an alle freundlichen Mitglieder des JCC, die grosses Interesse zeigten für meine Triathlon-Abenteuer. Ich werde San Diego in sehr guter Erinnerung behalten und freue mich heute schon auf ein Wiedersehen.

Nun geht es also noch einmal um die Wurst. Schliesslich war Clearwater vor der Saison 2009 mein erklärtes Ziel. Hawaii war dann so etwas wie "the icing on the cake where the cherry fell off". Ich bin sehr gut vorbereitet und werde noch einmal alles geben. Ich will definitiv mit einem Hammer-Resultat in die wohlverdiente Trainingspause gehen. Daumen drücken wie immer erlaubt und erwünscht.

Dienstag, 3. November 2009

San Diego Chronicles: Chocolate and Espresso.



Und natürlich scheint die Sonne. Oh yeah!
Besondere Beachtung verdient das kleine Stück Schokolade im Bild. Das habe ich heute bei Whole Foods, einem unglaublich grossen Reformhaus, gekauft. Da war ein ganz kleiner Probiertisch. Wir hatten uns gerade mit einem leckeren Lunch eingedeckt (Spinatsalat mit Kichererbsen, Kidneybeans, Stangenselerie und Feta, grillierter Lachs, Roastbeef mit braunem Reis), da streckt uns der Typ ein Stück zum Probieren hin. Ich greife natürlich zu und ..... woah! Was für ein Genuss. Diese Schokolade wird mit 70% Kakao und Agave-Nektar hergestellt und absolut ohne raffinierten Zucker. Das verleiht der Schokolade ein unvergleichliches Aroma und macht sie wunderbar zartschmelzend. Die "Tafel" hat aber auch ihren Preis: US$ 3.35 - für 28 Gramm!!!! Aber man gönnt sich ja sonst kaum etwas. Ein kleines Stück Soul-Food und schon ist die Welt noch schöner als sie hier sonst schon ist.

Wer sich für die Schokolade interessiert: www.tonicscene.com.

Sonntag, 1. November 2009

San Diego Chronicles: Wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn.

Mobilität ist alles in den USA. Und Mobilität heisst in den allermeisten Fällen Auto. Und weil hier jeder mindestens ein, wenn nicht zwei Autos besitzt, braucht es Strassen. Viele Strassen. Breite Strassen. Leider auch viele Lichtsignale und Stoppstrassen. Und natürlich die berühmten fünfspurigen Highways - auch Freeways oder Interstate genannt. Dann gibt es aber auch die Bike Lanes - genau, die Radstreifen. Hier in San Diego hunderte von Kilometern. Oft ist der Bike Lane der einzige Ort, wo man sich einigermassen sicher fühlen kann. Besonders aufregend wird es aber, wenn die Bike Route einem auf ein Stück Highway führt. Ja, richtig gelesen, man fährt hier ab und an auf der Autobahn. Genau gesagt auf dem Pannenstreifen. Hier der Beweis von heute Morgen:



















Mann stelle sich das in der Schweiz vor! Es würde wohl keinen Kilometer gehen, bis die Autobahn-Polizei anrückt, geschweige denn das Hupkonzert der aufgebrachten Autofahrer, die ihr Raserrevier in Gefahr sehen.

Nun, wie auf dem Foto unschwer zu erkennen ist, war auch heute wieder ein Prachtstag. Am Morgen ist es jeweils etwas frisch, aber spätestens ab 10 Uhr wärmt die Sonne prächtig. Also steht auch morgen, am 1. November nichts einer Trainingsfahrt in kurzem Leibchen und ebensolche Hosen im Wege. Ah ja, bevor ich es vergesse: heute war auch noch Schwimmen angesagt. Wassertemperatur ca. 28 Grad. Fast etwas warm, weil die Sonne so schön scheint. Coach Sergio war fleissig am Techniktraining geben.











Wie ich höre, herrschte in der Schweiz in den letzten Tagen ebenfalls sehr schönes Spätherbst-Wetter. Also muss ich wohl nicht befürchten, dass nach dem Lesen dieses Blogeintrags der Verbrauch von Psychopharmaka wieder sprunghaft ansteigen wird.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

San Diego Chronicles: Home sweet home.

Ok, ich kann auch nichts dafür, dass hier in San Diego immer so schönes Wetter herrscht. Aber ich muss es euch ja auch nicht alle Tage unter die Nase reiben. Insofern habe ich allergrösstes Verständnis für die zunehmenden Unmutsäusserungen aus fogy Switzerland. Ich will ja nicht dafür verantwortlich sein, wenn das Lesen meines Blogs nur noch unter Einnahme von Psychopharmaka erträglich ist. Darum heute für einmal kein Wort über Wetter, Temperaturen und ähnliches.

Dafür gibt es heute einen kleinen Einblick in mein Leben im Haus Nummer 204, Puerta de Palmas, La Jolla. Quasi eine abgespeckte Homestory à la Schweizer Illustrierte, einfach ohne Gilbert barfuss auf dem Sofa (ja, die Menschen in SI Homestories sind immer barfuss, echt!), Gilbert am Esstisch, Gilbert in der Badewanne, Gilbert räkelnd auf dem Bett, Gilbert vor dem Badezimmer-Spiegel. Einfach ein kleiner cineastischer Rundgang durch die Männer-WG:




Ihr könnt mir wirklich glauben: Allen tollen Möglichkeiten zum Trotz komme ich am 17. November soooooooooo gerne wieder nach Hause. Weil ich viel lieber die Quenn of Clearwater wuschle als Kai, den Golden Retriever - weil ich viel lieber ..... äh, lassen wir das. Ich will mich ja wirklich nicht beschweren, schliesslich mache ich das alles freiwillig.

Natürlich bin ich auch fleissig am Trainieren. Am Montag gab es die berüchtigten Hill Repeats, gefolgt von der Laufbandeinheit mit steigendem Tempo bis zum Katapultabgang nach hinten (ich habe mit 8m/h angefangen und nach 10 Minuten alle 2 Minuten um 0.1m/h gesteigert, bis 9.0m/h - rechnen könnt ihr selber, hihi!). Gestern dann die 30x100m mit Pullbuoy und Paddles - immer ein schmerzhaftes Abenteuer - dann Kraft. Und heute die 5 x 5 Minuten auf dem Laufband mit jeweils 20 Ausfallschritt-Kniebeugen links/rechts mit Kurzhanteln dazwischen. Das Ganze im Halbmarathon-Tempo, will heissen 8.5m/h (rechnen .... ihr wisst schon!). Dann lockeres bädelen über 15 x 100yds.

Am Montag hatte ich bei Anthony eine unglaubliche Massage - eine Rolfing-Therapie. Seither fühle ich mich wie neu geboren und im Training läuft es wieder wie geschmiert. Ich freue mich jetzt schon auf nächsten Montag.

Genug für heute. Morgen geht es in den Pool und aufs Velo. Es ist ein wenig kälter geworden, so ..... äh sorry, never mind.

Sonntag, 25. Oktober 2009

San Diego Chronicles: Lazy on a sunny Sunday.

Am Freitag und Samstag ging es ziemlich zur Sache. Zuerst ein Trail-Run in stark coupiertem Gelände mit sehr unebenem, schweren Untergrund. Dann ab ins Gym für eine Krafteinheit. Die gute Nachricht: der Fuss hält! Dann einen Tag später erst zwei Stunden erst der Küste entlang, dann ins Landesinnere auf dem Velo, stark coupiert, grosse Gänge. Dann ab in den Pool und 40x50m easy, dafür mit Paddles und Pull-Buoy - immer schön an der Kraft arbeiten. Heute Morgen ein Blick in den Trainingsplan: zwei Stunden easy Velo und 2o Minuten easy Run. Das zeichnet einen tollen Coach aus: er weiss genau, wie viel ein Athlet leisten kann. Natürlich hätte ich einen Vierstünder machen können, und dann 20 Minuten 30/30er. Aber es hätte mich wohl mehr ausgelaugt, als dass es mir etwas gebracht hätte. Also der perfekte Plan für einen perfekten Sonntag.

Nach überstandener Schweinegrippe stieg Coach Sergio heute Morgen zum ersten Mal wieder aufs Rad. Zusammen rollten wir entlang dem Pazifik mit dem Ziel Pannikin - ein herziges Café mit superfeinem Espresso und einer riesigen Auswahl an Leckerlis. Hier ein kleiner cineastischer Einblick:



Ganz nach dem Motto: Man(n) gönnt sich ja sonst nichts! Dann ging es frisch gestärkt zurück und ab in die Laufschuhe. In Begleitung von Golden Retriever Kai lief ich noch die 20 Minuten easy im benachbarten Canyon - mit tollen, frischen Laufbeinen. Hund und "Neuherrchen" hatten viel Spass. Ah ja, dann noch in den Jacuzzi und auf den Liegestuhl in die warme Nachmittagssonne. Sorry Leute, aber so ist es nun einmal - neidisch sein ist allerdings erlaubt!

Morgen gilt es wieder ernst: Die berüchtigten Hill Repeats stehen auf dem Programm. Dann eine neue Laufeinheit: 20 Minuten Halbmarthontempo, dann alle 2 Minuten 0.1 Meilen schneller, bis es mich vom Laufband haut!!! Oh yeah baby!

Freitag, 23. Oktober 2009

San Diego Chronicles: Highway 101.

Heute ging es endlich wieder aufs Velo. Bevor es aber soweit war, galt es eine weitere, harte Schwimmeinheit zu absolvieren: 40 x 50m, jeder 5. volle Kanne. Selbstverständlich mit Paddles, aber ohne Pull-Buoy. Nun, klingt nach recht wenig, ist aber hammerhart, wenn richtig ausgeführt. Will heissen: die 50er volle Kanne sind all out, du gibst wirklich alles, du hämmerst wie ein Verrückter, du kennst keine Gnade mit deinen Armen. Das tut richtig weh, muss es auch. Und so war es denn auch - schmerzende Arme alle fünf Minuten.

Als Belohnung gabs einen feinen Espresso bei Starbucks und einen Apple Bran Muffin. Dieser war die reinste Enttäuschung - so mit Zucker vollgepumpt, dass ich die Hälfte entsorgte. Und das will etwas heissen.

Dann ab aufs Velo. Wunderbares Wetter, stahlblauer Himmel, leichter Wind, angenehme Temperatur. Ein Traum. Meine Trainingsfahrt führte mich auf dem legendären Highway 101 entlang dem Pazifik durch Del Mar, Cardiff by the Sea und wieder zurück. Der Highway 101 beginnt in Olympia im Norden und führt über 2'478 km. Aber seht selbst:




Und das Beste: Die Beine kommen langsam zurück. Das macht Freude und Mumm auf Clearwater. Bei solch traumhaften Bedingungen trainieren zu können ist wirklich ein Geschenk des Himmels. Morgen geht es auf den wöchentlichen Long Run - ein weiterer Test für den Fuss. Aber ich denke, es wird kein Problem sein.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

San Diego Chronicles: Lunchtime.

Sergio liegt immer noch flach - ich bin immer noch alive and kicking. Einmal davon ausgegangen, dass er wirklich die Schweinegrippe eingefangen hat (er zeigt alle Symptome bis auf den Husten),, kann ich mittlerweile wohl Entwarnung durchgeben. Laut verlässlichen Internet-Quellen dauert die Inkubationszeit 1-4 Tage, das heisst, nach 5 Tagen ist die Ansteckungsgefahr gebannt. Hoffen wir das Beste, vor allem aber, dass Sergio bald wieder auf dem Damm sein wird. Der Ärmste leidet wirklich wie ein geschlagener Hund.

Heute stand der erste harte Lauf auf dem Programm. Dazu hatte sich Sergio folgendes ausgedacht: 20 Minuten Aufwärmen, dann 5 x je 20 Lunges (Kniebeugen mit Ausfallschritt und Kurzhanteln) gefolgt von jeweils 5 Minuten Laufen mit Halbmarathontempo, abschliessend 10 Minuten Auslaufen. Ziel dieser Einheit: Halten des Halbmarathontempos mit zunehmend ermüdeten Beinen. Sehr empfehlenswert - vorausgesetzt man ist bereit zu leiden!!! Dann ab in den Pool und 15x100 yds regeneratives Schwimmen mit Paddles und Pullbuoy. Eine Wohltat, vor allem, weil nach dem gestrigen ersten Krafttraining seit vier Wochen die ganze Muskulatur sehr verspannt war.

Nach dem Training kommt der grosse Hunger. Sergios Küche ist nicht wirklich eine Küche in meinem Sinne. Es ist mehr so eine Junggesellen-Ecke mit Kochherd, Mikrowelle, Kühlschrank und Tiefkühler. Die Töpfe und Pfannen sind unbrauchbar, Geschirr und Besteck stammen wahrscheinlich vom Flohmarkt. Kurz: Keine inspirierende Umgebung, um auch nur eine kleine Mahlzeit zuzubreiten. Dafür gibt es hier tausende kleiner Restaurants, Sandwichbuden, Take-aways und praktisch jeder Supermarkt offeriert warmes und kaltes Essen over the counter. Mein Favorit für einen praktischen und gleichzeitig ausgewogenen Lunch ist das Croutons, nur ein paar Blocks entfernt. Da esse ich meist ein warmes Sandwich mit Poulet, Truthahn oder Tunfisch und einen üppigen Salat. Mein Favorit: Spinatsalat mit Erdbeeren, Nüssen und etwas Feta. Superlecker. Am Nachmittag und zu Abend gibt es dann nur noch Obst und Gemüse, einige Nüsse und ausnahmsweise etwas Dörrobst. Schliesslich will ich ja in Clearwater nicht nur schnell sein, sondern auch eine unverschämt gute Figur machen!!

Dienstag, 20. Oktober 2009

San Diego Chronicles: Update on the foot.

Hier ein kurzes Update zu meinem Fuss. Gleich nach dem Race in Kona habe ich wieder mit intensiver Therapie begonnen. Mit dem magischen Trigger Point Roller massiere ich die Wadenmuskulatur und den Ansatz der Achillessehne. Auf einem Treppentritt dehne ich danach die Sehne während drei Minuten. Diese Therapie hat mich ursprünglich von meinen Beschwerden befreit (Plantar Fasciitis). Blöderweise habe ich die Therapie während dem Sommer vernachlässigt, weil ich keine Schmerzen mehr hatte. Bisher bin ich maximal sieben Kilometer gelaufen - ohne Schmerzen während oder nach dem Lauf. Morgen Mittwoch steht ein Lauf über 55 Minuten (mit 5x5 Minuten Halbmarathon-Tempo) an, am Freitag über 1:20 Stunden. Dann wird es sich zeigen, wie weit die Genesung fortgeschritten ist. Aber ich bin guten Mutes, dass der Fuss bis Clearwater kein Thema mehr sein wird.

Montag, 19. Oktober 2009

San Diego Chronicles: Ride, run, swim and swine flue!

Am Samstag Nachmittag nach der rund zweistündigen Ausfahrt machte Coach Sergio keine anstalten, mit Tom und mir noch einen 30-minütigen Steigerunslauf zu absolvieren. Schon auf dem Velo war er super langsam unterwegs. Als wir wieder zurück kamen, sass er bleich wie ein Leintuch (0k, ein schoggibraunes Leintuch) da und sagte, er sei krank. Seither liegt er flach. Er hat wohl eine Grippe eingefangen. Ob es die Schweine-Grippe ist? Keine Ahnung . Heute geht es ihm glücklicherweise schon ein wenig besser und es bleibt zu hoffen, dass Tom und ich ohne Ansteckung davon kommen. Daumen drücken.

Gestern bin ich mit Tom erst der Küste entlang und dann im Innenland auf einen knappen Hunderter gagangen. Unglaublich, wie viele Velofahrer hier unterwegs sind. Man sagt ja, San Diego sei die sportlichste Stadt in Amerika. Das zweifle ich nach dem, was ich gestern gesehen habe, nicht im geringsten an. Die Strassen sind in viel besserem Zustand als beispielsweise in Tucson und das Gelände ist recht wellig. Mit den milden Temperaturen ist es absolut ideal zum Trainieren. Nach dem Hunderter ging es noch für 15 Minuten per pedes auf den Trail hinter dem Haus für zehn 30/30s. Dann ab in den hauseigenen Pool und Whirlpool. Zur Belohnung gab es dann noch ein leckeres Sandwich und einen Spinatsalat mit Erdbeeren, Feta und Baumnüssen. Und ein Brownie!! Und im Kino waren wir auch noch.

Für heute verordnete mir Sergio einen aktiven Ruhetag. Will heissen: 2400 yds. schwimmen. Um 9.45 Uhr war der Pool fast leer. Heute ist short course Tag, die Leinen sind quer gespannt, die Bahn ist 25 yds. lang. An long course Tagen schwimmt man 50 m Bahnen. Neben mir waren noch vier weitere Schwimmer da, die sich auf ca. 20 Bahnen verloren. Ein Traum. Die Locals hier beschweren sich schon, wenn sie die Bahn mit nur einem anderen Schwimmer teilen müssen!?! Nach getaner Arbeit, ägsgüsi, aktiver Regeneration, machte ich mich zurück auf den Heimweg. Zu Fuss ist der Pool in nur 15 Minuten zu erreichen.

Dann habe ich im Umkleideraum des Pools eine coole Entdeckung gemacht: Die Badehosen-Trockenschleuder. Badehose oben einfüllen, Deckel nach unten drücken, und nach zehn Sekunden ist sie trocken!

Langsam macht sich auch in Amerika der Recycling-Gedanken breit. Und das ist gut so. An immer mehr öffentlichen Orten sieht man Container wie diesen. Und sie werden auch rege gebraucht. Auch im Supermarkt sieht man immer mehr Kunden, die ihre Einkaufstaschen mitbringen und auf Plastiksäcke verzichten. Aber die Amis haben immer noch einen weiten Weg vor sich. Bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft schneller vorwärts geht.

Also, Daumen drücken, dass es a) nicht die Schweine-Grippe ist und b) ich, was immer es ist, nicht angesteckt werde.

Samstag, 17. Oktober 2009

San Diego - Mekka of the overtrained.

Seit gestern Morgen bin ich in San Diego bei Coach Sergio. Und schön fühle ich mich sehr wohl in der Stadt, wo 1974 Triathlon erfunden wurde. Zusammen mit seinem Untermieter Tom, aka my roommate, bilden wir eine 3-Männer-WG. Es ist ein wenig wie im Pfadilager. Alles ist ein wenig unordentlich, improvisiert, aber irgendwie much fun. Ah ja, und dann ist da noch Kai, Sergios Golden Retriever, ein richtige Gemütsmore von Hund.

Wie immer habe ich nicht viel Zeit verloren, um meine neuen Umgebung und seine Möglichkeiten auszukundschaften. So war ich bereits einkaufen, bei Trader Joes (bestens bekannt aus meiner Zeit in Tucson), im Bike Shop (die leidigen CO2-Patronen) und bei Vons (Supermarkt-Kette, gehört zu Safeway und so kann ich meine Kundenkarte brauchen!). Dann bin ich bereits Mitglied im La Jolla Jewish Community Center - ein tolles Schwimm- und Fitness-Center. Dort bin ich schon zwei Mal geschwommen und heute Morgen auch auf dem Laufband gelaufen. Gleich hinter dem Haus liegt eine kleine Oase mit Swimming Pool und Jaccuzi, wo man im Schatten das wunderbare Wetter geniessen kann. Stichwort Wetter: Es ist das ganze Jahr über gleichmässig schön und warm hier. Das verleitet viele lokale Triathleten dazu, viel zu viel zu trainieren - darum ist San Diego in Sergios Augen das Mekka der Übertrainierten!

Morgen geht es zum ersten Mal aufs Velo. Nichts spricht dagegen, dass auch die Ausfahrten hier erste Klasse sind. Die Laufstrecken habe ich auch schon gesehen, gleich hinter dem Haus, nice trails. Es spricht also nichts dagegen, dass die dreieinhalb Wochen hier ein tolles Erlebnis werden.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Dienstag, 13. Oktober 2009

Dying before DNF?

"Dying before DNF" stand auf dem T-Shirt einer Triathleten im Lava Java am Morgen danach. Ich sass dort beim Frühstück, etwas traurig über meine Aufgabe am Tag zuvor. Lieber sterben als aufgeben? Das geht mir entschieden zu weit, dachte ich mir. Wer sich im Triathlon darüber definieren muss, dass er lieber tot umfällt, als die Zeichen seines Körpers zu deuten und auch einmal aufzugeben, der tickt nicht ganz richtig.

Was war also geschehen, am Race Day. Nun, in der Nacht vor dem Rennen schlief ich so gut wie noch nie vor einem so grossen Anlass. Um 3.00 Uhr war Tagwache und Frühstück. Raus aus den Federn, Müsli mit Banane und Nüssen essen, wie immer. Ich war immer noch sehr ruhig, auch gegen 5.00 Uhr, als wir uns in Richtung Wechselzone aufmachten. Kaum auf der Strasse nahm uns schon ein Kollege aus der AG 50 mit dem Auto mit. Bodymarking, ein letzter Kuss für Andrea und ab zum Velo. Einrichten, Pumpen, das eine oder andere Gespräch mit Bekannten und Fremden. Es wurde hell und so langsam kam die Spannung und das Adrenalin. Nach einem befreienden Toi-Toi-Besuch begann ich mich auf den Schwimmstart vorzubereiten.

Um 6.45 Uhr fiel der Startschuss für die Profis - da war ich schon im Wasser, denn ich wollte nicht nur weit vorne, sondern auch weit genug auf der linken Seite starten, um das Gerangel zur ersten Boje zu vermeiden. Kaum waren die Profis weg ging das Gedränge um die besten Plätze los. Ich entschied mich, quasi aus der 2. Reihe zu starten. Noch dauerte es rund 15 Minuten, bis wir auf die Reise geschickt wurden. Jetzt war auch ich voll im Rennfieber und konnte es kaum erwarten, bis endlich der Startschuss viel.



Was auf dem Film und im Fernsehen so faszinierend aussieht, ist in Tat und Wahrheit schlimmer als die Schlacht bei Morgarten. Das Gekeile ist unglaublich. Ich war immer noch zu weit rechts am Pier und so mitten in der Meute, die keilförmig auf die erste Boje zu schwamm. Es dauerte gut 4-500m bis ich zum ersten Mal keinen Körperkontakt mit der Meute hatte. Es wurde getreten, gezogen, gekratzt was das Zeug hielt. Dann, nach ca. 1 km entspannte sich die Situation zusehends und ich konnte einen guten Rhythmus schwimmen. Nach den Wendebojen fand ich eine Gruppe,, in der ich locker mitschwimmen konnte und so viele Körner sparen konnte. Nach 1:03 Std. stieg ich am Pier aus dem Wasser, rannte mit meinem Bike-Sack ins Wechselzelt und weiter zum Velo. Die Beine fühlten sich sehr gut an.

Auf dem Velo ging es erst einmal ein Stücke die Palani Road hinauf und dann dem Kuakini Highway entlang auf den Queen K-Highway, wieder die Palani hinunter und leicht ansteigend Kuakini hinauf. Zu meiner grossen Verwunderung versagten meine Beine den Dienst. Was sich erst wie Superbeine anfühlte, entpuppte sich als lahme Schinken. Auf den ersten 50 km ging fast gar nichts. Kein Druck auf den Pedalen, es war ein Trauerspiel. Ich musste meine ganze mentale Kraft mobilisieren, um nicht schon umzukehren. Dann wurde es langsam besser, aber nur sehr langsam. 20 km vor dem Wendepunkt in Hawi bliess uns der berüchtigte Mumuku-Wind entgegen. Dann, nach 95 km und gut 3 Stunden auf dem Velo passierte das, wofür ich die Inselgeister beschworen hatte: Meine Beine erwarchten zu neuem Leben. Mit fast 60 Sachen ging es wieder in Richtung Kona und nun holte ich Fahrer um Fahrer ein und liess sie alle stehen. Doch der Rückenwind war nur von kurzer Dauer. Schon ab ca. km 120 bliess uns wieder ein starker Gegenwind entgegen. Nur, das war mir jetzt wirklich schiessegal, denn meine Beine drückten das einfach weg. Nach 170 km war ich einen Moment lang unachtsam und schon hatte ich eine rote Karte für Drafting kassiert. Ich konnte also die T2 vier Minuten länger "geniessen". Ich war bestens verpflegt, hatte genügend getrunken, immer wieder den Körper mit Wasser abgekühlt und auch regelmässig Salztabletten eingenommen. Trotz Temperaturen zwischen 29 und 40° (laut Polar 35° im Durchschnitt) fühlte ich mich sehr gut und stellte mich mental auf den Marathon ein.

Nachdem ich meine vier Minuten im Penalty-Zelt abgesessen hatte (in Prominenter Gesellschaft von Rainer Humbolt, Triathlon-Legende aus Deutschland) gings auf die Laufstrecke. Nach wenigen hundert Metern feuerte mich Andrea an - ein Küsschenstopp lag allemal drin. Aber es zeigte sich bereits auf den ersten Metern, dass es schwer werden würde. Die Luft stand, es war feucht wie in einer Waschküche und mein rechter Fuss fühlte sich nicht sehr vielversprechend an. Das Sprunggelenk und die Ferse schmerzten schnell so stark, wie normalerweise auf den letzten Metern eines Halb- oder Ironmans. Es wurde schlimmer und bald war mir klar, dass ich zwar wohl finishen könnte, aber nur unter grossen Schmerzen und schlimmer noch, mit der Aussicht auf eine sehr lange Regenerationszeit. Sollte ich das Risiko eingehen, mein ursprünglich grosses Saisonziel Clearwater aufs Spiel zu setzen? Ich entschied mich dagegen. Nach nur rund 4 km brach ich das Abenteuer ab, früh genug, um Schaden zu vermeiden. Zu Fuss ging ich zurück nach Kona, wo mich Andrea natürlich noch nicht erwartete, aber schnell realisierte, dass das Abenteuer Kona 2009 ein vorzeitiges Ende genommen hatte.

Heute geht es mir wieder sehr gut. Die Enttäuschung hat Zuversicht auf Clearwater Platz gemacht. Mein Körper scheint mir zu sagen: Du hast richtig gehandelt. Mein Kopf sagt: Komm zurück und finish what you started. Und meine Kollegen hier unterstützen mich grossartig. Bleibt zu hoffen, dass ich dieses Abenteuer wieder erleben darf und dann auch ein Finisher sein werde.

Im Vorfeld erzählten mir viele Hawaii-Teilnehmer, wie hart es hier ist. Nichts kommt auch nur annähernd an die Strapazen heran, die ich hier erlebt habe - auch ohne ganzen Marathon und Energy Lab. Es lässt sich ganz einfach nicht beschreiben, was hier abgeht.

Jeder einzelne Finisher ist ein wirklicher Held. Darum Gratulation an alle, die ihr persönliches Abenteuer bravourös gemeistert haben. Besonders erwähnen möchte ich drei Finisher aus dem tollen Schweizer Team:
  • Ursula Kenel Schmid - Im letzten Jahr am Ironman Switzerland "verplämperte" sie die Quali in der Wechselzone. Jetzt ist sie World Champion AG 45! Fantastisch.
  • Mäni Hefti - Zum 8. Mal in Kona am Start. Bei seinem ersten Ironman Switzerland wurde er 6., ging nicht an die Slot-Verteilung und erfuhr einen Tag später, dass er im Roll-down einen Platz ergattert hätte. Er wird mit jedem Jahr besser und gestern liess er sich als 3. in der AG 60 feiern! Way to go, Mäni!
  • Simone Benz - Vor rund drei Wochen im Training von einem Auto angefahren und mit Knie- und Handverletzungen hierher geflogen. Ein Start war bis kurz vorher ungewiss. Trotzdem wurde sie Vize-Weltmeisterin AG 25! What a tough woman!
Vielen, vielen Dank für die tolle Unterstützung aus der Schweiz -und die ehrliche Anteilnahme im Moment des sportlichen Scheiterns. Ihr seid toll! Und keine Angst, der Blog geht weiter - Clearwater steht an. Und schliesslich ist das (Triathleten-)Leben ja wie eine Reise auf einer breiten Strasse, gepflastert mit Missions and Possibilities. Über meine Reisen werde ich weiterhin berichten.