Freitag, 31. Dezember 2010

2011 - Get inspired!

Nur noch wenige Stunden und das Jahr 2010 lebt nur noch in Erinnerungen und Geschichtsbüchern weiter. Ich hoffe, dass es für viele von euch ein Jahr mit vielen guten Erinnerungen war und ihr euch immer gerne daran erinnern werdet.

Für das Jahr 2011 wünsche ich euch in erster Linie das wichtigste aller Güter: Gesundheit. Und unendlich viel Spass am Leben. Erkennt den kleinen Wink des Schicksals, wann und wo immer er euch begegnet und lasst euch davon inspirieren. Peace and Love!

Samstag, 25. Dezember 2010

Freunden schenkt man ein Küsschen ...

... oder besser zwei. Mein ganz persönliches Weihnachtsgeschenk für euch alle - danke, dass ihr mir immer wieder Mut macht, meinen Blog weiter zu führen. Für euch also ein Song, so schön wie ein Kuss. Ein Song, der bis in alle Ehwigkeit die Menschen berühren wird. Ein Song, der damals ....



... wie heute ...



... Gänsehaut hervorruft. Einfach geniessen!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Beratung in allen kritischen Lebenslagen.

Wenn alle Welt vor dem Christbaum sitzt und das Fest der Liebe feiert, kommt manch einer auch nicht darum herum, einen kritischen Blick auf das vergangene Jahr zu werfen. Gilt auch für mich.

2010 war für mich das Jahr des Tsunamis, der alles wegspülte, was mir lieb und vertraut geworden war. Das Jahr des grossen Bebens, der meine Grundfeste erschütterte und zum Einsturz brachte. Das Jahr des Tornados, der mich erfasste, hochschleuderte und brutal in die Realität zurück warf. Das Jahr der Feuerwalze, die tiefe Brandspuren hinterliess.

Aber es war auch das Jahr des Neuanfangs. Auf der verbrannten Erde beginnt es wieder zu keimen. Neues Leben, neue Gefühle, neue Emotionen, neue Erkenntnisse, neue Wege!

Vier Dinge waren entscheidend dafür, dass mein persönliches Harmagedon schlussendlich nicht zum Untergang führte:
  • Es ist nie zu spät, sich zu verändern!
  • Es gibt Menschen, die dir dabei helfen können!
  • Es geht nicht ohne die Liebe deiner Familie und Freunde!
  • Es braucht auch eine grosse Portion Humor!
Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich seit einigen Wochen die Hilfe einer Therapeutin in Anspruch nehme. Keine Angst, ich liege nicht auf der Couch und jammere über mein Leben. Wir arbeiten zusammen die Vergangenheit auf, entdecken offene Baustellen, schliessen diese, beheben Blockaden und suchen Auswege aus festgefahrenen Lebenssituationen. So wird der Weg frei für eine heilsame Lösung - und ein tolles 2011!

Oh je, das klingt nun doch alles etwas heavy. Soll es nicht, denn es passiert so viel Neues und Gutes, dass es ganz einfach Freude macht. Und weil eben gerade auch der Humor eine heilende Wirkung hat, gebe ich hier einen kleinen Einblick, wie so eine Therapiestunde ganz sicher nicht abläuft!

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Mit zwei Latten aber ohne Testosteron.

Nunmehr schon zum sechsten Mal werde ich am 16. Januar am Start des Planoiras stehen. Kurz für alle, die vergessen haben, was Planoiras ist: Volksskilauf auf der Lenzerheide über 25 km, gespickt mit unendlich vielen Höhenmetern - dafür meist bei wunderbarem Winterwetter ausgetragen.


Ebenfalls zur Erinnerung: Weil Sandro (aka Ironnonno) und ich im Sommer jeweils den Hals mit Triathlon-Duellen nicht vollbekamen, wurde dieser Anlass ganz einfach zum epischen Duell auf Langlauf-Skiern hochstilisiert. Bei fünf Duellen siegte Sandro 3x, brach sich 1x den Stock und überliess mir nur 1x den Vortritt auf der Ziellinie. So weit, so gut.

Nun nähert sich also dieser Event wieder und Augenzeugen zufolge soll sich ein dritter Ironman in unser Duell einmischen wollen: Peter Fierz (aka King of the Hill) trainiert wie ein Verrückter in Studen und absolviert viele, viele Trainings-Kilometer.

Loipen-Krieg?

Wer weiss, denn wir sind ja alle drei ein bisschen dure bi rot(h)! Ich will auch nicht verheimlichen, dass ich schon seit bald drei Wochen im Langlauftraining bin und meine Vorbereitung radikal verändert habe. Zudem habe ich ein hochkarätiges Betreuerteam engagiert, das mich stilistisch materialtechnisch um Lichtjahre weiterbringt:

Monica Niedermann von www.ihr-bergerlebnis.ch und Martin Gadient vom Langlaufzentrum Parpan schleifen mich und meine Latten, bis alles perfekt zusammen kommt.

Und was soll das nun wieder bedeuten - bis alles perfekt zusammen kommt? Ganz einfach: Ein technisch sauberer Lauf, bei dem ich alles geben kann und kaputt aber glücklich und zufrieden ins Ziel komme. Und wieder so tolles Wetter, wie in den letzten Jahren.

Wer braucht dazu schon Testosteron!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Endlich: Chancen auf einen spitzen Platz am Planoiras!

Was nur Insider wussten, wurde jetzt endlich publik: Der Planoiras geht mit der Zeit und nimmt den Sommer-Trend aus dem Appenzell als erster Volkslanglauf auf:


Damit dürfte für neuen Gesprächsstoff rund um die bisher nur bei warmer Witterung praktizierte Freikörperkultur gesorgt sein. Es scheint aber, dass diese sensationellen Neuigkeiten sich sehr schnell verbreiten. Schon heute konnte ich verschiedene Teilnehmer beim öffentlichen Training im Wettkampftenue beobachten.

Aufwärmen vor dem Training in der Gruppe.

Im klassischen Stil in der Loipe.

Aber nicht nur die Wettkämpfer bereiten sich gezielt auf die Herausforderung vor, auch die Fans unternehmen alles, um auf den Tag genau in Hochform zu sein.

Das eröffnet natürlich ganz neue Perspektiven. Bisher immer chancenlos im Feld der textilen Teilnehmer, rechne ich mir in dieser neuen Kategorie einige Chancen aufs Podest aus. Ich werde also per sofort meine Vorbereitung radikal umstellen. Gott sei Dank habe ich ein äusserst robustes Immunsystem!

Dienstag, 7. Dezember 2010

Der guten Laune auf der Spur.


Über das Phänomen PIMD (Post Ironman Depression) habe ich ja diesen Sommer schon ausführlich geschrieben. Nun, auch nach dem IM Arizona blieb ich davon nicht verschont - wohl weil die Ausschüttung von Glückshormonen dieses Mal sehr hoch war. Im Unterschied zum Ironman Switzerland, der mitten in der Saison stattfand, endete am 21. November eine fast 25-monatige Reise. Kurz: Es steht gerade nichts an!

Das ist für viele Triathleten das Horrorszenario schlechthin. Ok, ich bin zwar am IM Roth gemeldet und werde mich wohl in Kürze beim IM 70.3 St. Pölten und IM 70.3 Switzerland einschreiben. Aber das ist nun wirklich noch sehr weit weg und so war mein Kopf frei für das Thema Off-season.

Aber der Körper? Nun, der hat seine eigenen Vorstellungen davon, was er will und was er nicht will. Während den ruhigen Tagen in Los Angeles war er Feuer und Flamme fürs Faulenzen abseits von Pools, Velos und Laufschuhen. Dann, nach der Rückkehr in die Schweiz meinte er es weiter gut mit mir und meldete lediglich das Bedürfnis für ein wenig Velo und Laufen an.

Doch nach zwei Wochen begann er eine gewisse Unruhe zu verbreiten. Für einmal aber war der Kopf noch nicht soweit, dem Buhlen um erste Trainingshäppchen nachzugeben. Das Resultat: Schlechte Laune machte sich breit.

Aber ich hatte vorgesorgt. Am Samstag Nachmittag machte ich mich in Richtung Bündnerland auf und ich hatte einen Plan. Der Körper sollte etwas Bewegung bekommen, der Kopf viel Luft in der freien Winterlandschaft. Das Rezept: Langlaufen auf der Lenzerheide. Aber bitte kein anstrengendes Training, sondern Schulung und Verbesserung der Fähigkeiten auf den schmalen Latten.

Ohne einen Meter in den Beinen nahm ich bei Monica Niedermann die erste Langlaufstunde. Drills und Übungen, etwas Laufen, konzentriertes Arbeiten an der Technik. Toll, denn endlich konnte ich es easy und locker angehen. Nach einer Stunde fertig, das Gelernte sacken lassen und nicht noch im alten Bewegungsmuster ein paar Alibikilometer abspulen.

Gestern dann wars warm und stumpf - richtig klebrig. So wiederholte ich alle Technikübungen und packte nach rund 40 Minuten meine Sachen wieder ein.

Heute dann das erste, tolle Erfolgserlebnis. Es funktionierte: ich lief schon viel besser, flüssiger, technisch besser und optisch ansprechender. Und so gönnte ich mir dann noch eine kleine Belohnungsrunde nach Mittelberg und zurück - schon easy und technisch sauber.

Kopf und Körper sind begeistert! Die Laune steigt und das Wohlbefinden stellt sich wieder ein. Wie sehr sich Körper und Geist aber immer noch auch Ruhe wünschen, zeigt sich daran, dass ich fast jede Nacht 9 Stunden schlafe.

Der ganze Dezember ist der lustvollen Bewegung möglichst in der Natur gewidmet. Mit einzelnen unerlässlichen Schlüsseleinheiten dazwischen, damit die hart erarbeiteten Fähigkeiten erhalten bleiben. Wer Off-season mit Pommeschips, Bier und Faulenzen gleichsetzt, ist mächtig schief gewickelt.

So schön kann die Off-season sein!

Freitag, 26. November 2010

Please meet Ironshark!

Lange habe ich davon gesprochen, darüber nachgedacht, Pro und Kontra abgewogen, Ja und wieder Nein gesagt. Und heute habe ich es getan: Mein erstes Tattoo!


Ich habe mich nach dem Frühstück bei Uncle Bill's Pancake House in Manhattan Beach, wo ich super leckere Buchweizen-Pancakes mit Heidelbeeren ass, mit Christoph am Venice Beach verabredet. Wir sahen uns zusammen das letzte Viertel des Football-Spiels Detroit Lions vs. New England Patriots an. Während er den Tag am Strand geniessen wollte, musste ich noch zwei Trainingspläne schreiben und war auf dem Weg zurück zum Auto, als ich ganz unverhofft vor dem House of Ink stand - einem der legendären Tattoo-Studios am Venice Beach.

Geh doch einfach mal rein und schau dir die Designs und die Showbücher an, dachte ich mir. So blätterte ich und fand eigentlich nichts, was mich angesprochen hätte. Denn wenn schon ein Tattoo, dann eines mit einer Bedeutung für mich persönlich. Dann fand ich ein paar "tribal" Designs aus dem polynesischen Raum im Südpazifik. Diese Tattoos haben mich schon immer fasziniert, weil sie so einfach, nur schwarz und doch wunderschön sind.

Dann gab mir der Stift ein Buch mit Designs, die sich in der Art an diesen polynesischen orientierten. Und so fand ich meinen Ironshark, der schon eine Stunde später unwiderruflich auf meinem rechten Unterschenkel verehwigt war. Als kleine Reminiszenz an den Sport, dem ich diesen Nickname verdanke, ergänzt die Zahl 140.6 das Tattoo, die Ironman-Distanz in Meilen.

Nun bringe ich also von dieser Reise nicht nur eine neue Einstellung gegenüber der Herausforderung Ironman mit, sonder auch eine lebenslange Erinnerung daran.

Mittwoch, 24. November 2010

Danke IM Arizona.

Seit ich denken kann, war Sport für mich Chrampf. Mein ganzes bisheriges Leben lang habe ich immer und überall versucht, allen zu beweisen, dass ich es kann - oder sogar besser kann als allen anderen. Egal ob im Job oder im Sport.

Nun, im Job habe ich es geschafft. Ich glaube, ich darf ohne Übertreibung oder Selbstbeweihräucherung sagen, dass ich einer der Besten auf meinem Gebiet war. Aber im Sport bin ich immer einen Schritt hinterher gerannt. Im Schwimmen war ich zwar gut, aber an die Spitze reichte es nicht. Als Radrennfahrer habe ich mich bei den Amateuren vom Gruppetto ins vordere Feld hochgearbeitet, ohne den Sprung an die Spitze zu schaffen. Und im Triathlon konnte ich bisher zwar einige schöne Erfolge feiern, aber den Schritt vom Kronprinzen zu den Platzhirschen ist mir bisher noch nicht gelungen.

Immer und überall habe ich versucht, mein Allerbestes zu geben. Disziplin, Konzentration, Begeisterung .... alles habe ich mitgebracht - alleine, um eine Spur zu verbissen zu werden. Und mit der Verbissenheit kam immer auch eine gewisse Entfremdung. Immer das Ziel vor den Augen, ging zwar nie die Freude verloren, aber die Spontaneität, die Flexibilität auch einmal etwas Ungeplantes zu unternehmen - einfach weil es auch ausserhalb meines engen Blickfeldes noch so viel Interessantes und Spannendes gibt.

Was das alles mit dem IM Arizona zu tun hat? Unglaublich viel!

Schon im Vorfeld und während fast der gesamten Vorbereitung auf diesen Ironman hatte ich mir sehr viele Gedanken über meine sportliche Zukunft, ja mein Leben generell gemacht. Ich war irgendwie müde geworden, die mir selbst auferlegten, hohen Ziele gewissenhaft zu verfolgen. Nicht, dass ich die Freude und Begeisterung für den Triathlon verloren hätte oder trainingsfaul geworden wäre, nein, viel mehr war ich es leid, Podestplätzen, Kona-Slots, Abschnittszeiten, usw. nachzujagen.

Als am Sonntag Morgen um 7.00 Uhr die Kanone losging, wusste ich, dass ich an einem Scheideweg stand. In meinem Kopf gab es keine numerisch orientierten Ziel mehr - nur noch den Wunsch nach einem perfekten Tag. Ich wollte nahe am körperliche Limit schwimmen. Ich wollte auf dem Velo 180 km lang Freude am Rollen erleben. Und ich wollte den Marathon aktiv laufen - will heissen, jederzeit bestimmen, wie viel ich investieren will. Mein Ziel war: "You are an Ironman" von Mike Reilly zu hören und zu wissen, dass ich an diesem Tag mein Allerbesten geleistet hatte. Ich wollte den Samen, den ich tief innen drin gepflanzt, gehegt und gepflegt hatte, zum Erblühen und die Frucht zum reifen bringen.

Das ist mir gelungen! Es ist unbeschreiblich: ich lief ins Ziel und schwankte, musste gestützt werden. Ich war noch nie so kaputt. Aber ich wusste in dieser Sekunde: Der Chrampf ist vorbei, es lebe die Leichtigkeit! Ich durfte die Frucht ernten!

Mein Rang: 9. Irrelevant. Meine Zeit: 10:27. Irrelevant. Kein Kona-Slot: Irrelevant. IM Arizona Finisher zu sein und das Beste gegeben zu haben: Unbezahlbar!

Ich habe den Sport gefunden, der mir die Augen geöffnet hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich die wahre Bedeutung, ein Ironman zu sein, gefunden habe. Danke IM Arizona.

Kein Angst, liebe Freunde. Das alles bedeutet nicht, dass ich meinen Blog einstelle, weil ich zukünftig keine Ziele mehr habe. Im Gegenteil. Aber die Ziele werden anders sein. Beispielsweise krampfhaft versuchen, endlich unter 3:50 zu laufen? Nein, denn das Ziel, 42,195 km lang möglichst gelöst das tolle Gefühl zu erleben, leichtfüssig der Finishline entgegen zu laufen, ist viel verlockender.

Ich hoffe, ich darf noch viel Ironman erleben, bei denen ich solche Momente erleben darf.

Zum Schluss möchte ich allen von ganzem Herzen danken, die mich unterstützt haben, mit mir mitfieberten und mir in den letzten Tagen zu meiner Leistung gratuliert haben. Übermorgen ist in den USA Thanksgiving - Erntedankfest. Wie passend!

Yes, you did it!

Montag, 22. November 2010

Vom Winde verweht.

Noch letzten Donnerstag versprach der Wetterbericht angenehme Temperaturen und fast kein Wind. Alle, die hierher gekommen sind, wollten neuen Bestzeiten aufstellen. Eine schnelle Radstrecke lud dazu ein. Doch es sollte alles ein bisschen anders kommen - und alle reisen mit einer der langsamsten IM-Zeiten nach Hause. Wellington, Bracht und Co. selbstverständlich ausgeschlossen! Was die heute abgeliefert haben, ist unglaublich!

Kühl war es - kein Problem. Zwei Schauer gingen nieder - kein Problem. Und der Wind blies unangenehm stark (in Böen wohl bis zu 60 km/h) - auch kein Problem. Aber es machte das Schwimmen schon schwer, denn auf dem Rückweg vom Wendepunkt schwammen wir in den Wind. Auf der recht flachen Radstrecke mussten wir arbeiten wie die Verrückten - die ganzen 180 km drücken, keine Pause, keine Abfahrt. Und auf der Laufstrecke wieder Gegenwind und ein recht harter Hügel, den wir drei Mal "bezwingen" mussten.

Mein Rennen war stark. Schnell im Wasser. Gute Beine auf dem Velo. Und beim Laufen habe ich alles gegeben, was drin war. Mit meinem 9. Rang muss ich zufrieden sein, denn heute waren die vor mir ganz einfach stärker. Und wenn man die Ranglisten so studiert, dann zeigt sich eigentlich überall das gleiche Bild: Es gibt einige Überflieger, einige Kronprinzen, und den Rest. Ich gehöre eindeutig zu den Kronprinzen.

Das Rennen hier ist unglaublich gut organisiert und die Volunteers sind Weltklasse! So frenetisch Angefeuert von wildfremden Menschen wurde ich noch nie. Und wie es sich gehört, habe ich jedem mein schönstes Lächeln geschenkt.

Also endlich wieder einmal ein Race Report ohne seitenlange Erklärungen, was warum und wie schief gelaufen ist. Ich bin happy und zufrieden.

Vielen, vielen Dank an die grossartige Unterstützung zu hause!

Samstag, 20. November 2010

Ready to race!

Bike und Bags eingecheckt, Testswim im 17.7° kalten Wasser erfolgreich abgeschlossen - we are ready to race! Alles getan, alles gesagt.

Wie immer gibts Liveübertragung bei Ironman.com mit dem Athlete Tracker für unsere Zwischenzeiten. Ironfrog: 1708. Ironshark: 1872. Steffen: 810. Danke für die Unterstützung und fürs Daumen drücken.

Freitag, 19. November 2010

The race savers at Mountain Vista Chiropractic.

This blog entry comes in English for a change. The reason for that is simple. I want my new friends at Mountain Vista Chiropractic to be able to read what I write.

You all know that my back got real bad again yesterday. It started already on Wednesday in San Diego when out of the blue the pain and stiffness came back. I was hopeful that it would go away again but after the short wetsuit test it was clear that this was wishful thinking. So I Googled chiropractics near the Hotel and found a ton of addresses. So I went to their websites and I liked the one of Mountain Vista Chiropractic best. I gave them a call and got a 4pm appointment.

This is how I got to know Dr. Adam Downs who is an active body builder and cured Patrick Ple to an age group win at IM Arizona in 2008. If that was not an omen almost to be to good to be true!

So Dr. Downs did not immediately start to adjust my spine but ordered me a muscle loosening massage that turned out to be the best back massage of my life. After 20 minutes my pain seemed almost to be gone - even before Dr. Adams laid hands on me. When he was done to I knew: I am going to be good!

He had me come in again today. More massage, adjusting and a wicked kinesiotape. Just see for yourself:


Now my confidence that was already very high received that final boost. Great legs, strong mind and no more back restraints - thank you so much Dr. Downs and team. IM Arizona watch out for bib number 1782!

Again!


Rückfall - sitze im Wartezimmer. Ich hoffe es wird prächtig knacken und dann vorbei sein.

Donnerstag, 18. November 2010

Roadtrip to Tempe, Arizona.

Heute Morgen haben wir unsere Zelte in San Diego abgebrochen. Nachdem wir unseren äusserst geräumigen Miet-Minivan am Flughafen abgeholt hatten, galt es zwei Bikes, drei Koffer, einen Radkoffer, zwei Rucksäcke und sechs Tragtaschen zu verstauen - piece of cake. Alle Sitz im Fond im Boden verstauen und schon war Platz en masse für alles da.

Dann gönnten wir uns noch einen feinen Espresso und ein Stück Pumpkin-/Chocolate-Bread (ok, das heisst einfach so, hat aber mit Brot gar nichts zu tun, umso mehr mit Kuchen!) bei Peet's Coffee. Das musste einfach sein, denn sowohl der Kaffee, wie auch der Kuchen, sind einfach Weltklasse.

Und dann gings ab auf den Highway 805 in Richtung Süden, dann auf den 8er gegen Osten. Hier ein paar Eindrücke vom Hinterland in Kalifornien aus dem Cockpit:


Kurz nach 17 Uhr erreichten wir dann Phoenix und letztendlich Tempe. Ohne uns zu verfahren erreichten wir das Hotel, checkten ein und dann war auch schon Steffen da. Ausladen, Randensaft abliefern (leuchtende Augen bei Steffen) und schon sassen wir beim Italiener.

Morgen früh geht es noch kurz zum Pool um den neuen Xterra Vendetta-Wetsuit zu testen (meiner löst sich im dümmsten Moment wieder einmal auf!). Dann noch eine kurze Ausfahrt auf einem Teil der Radstrecke und fertig! I wish it was already Sunday!

Montag, 15. November 2010

Slow ride, long coffee break, big muffins.

Die Geschichte des heutigen Sonntags ist schnell erzählt. Ironfrog und Ironshark sind am tapern und Sergio, Christina, Tom und Roy in der off-season. Will heissen: alle nehmens locker! So führte uns die Veloausfahrt auf dem Historic Highway 101 entlang der Pazifikküste bis zum Caffe Pannikin - rundum bekannt für besten Kaffee und fantastisches aus dem Backofen! Noch Fragen?

Coach Sergio: Hmmm, should I go for one or two muffins?

Allesvernichter Ironfrog: I might go for three pieces!

Roommate Tom: These Swiss guys are crazy!

California girl Christina: Yes, I go for a muffin and a banana bread! Und Roy im Hintergrund: Food break after only 32 km?


Und so kam es, wie es kommen musste: Der Halt bei Pannikins bescherte uns mehr Kalorien, als wir auf dem Weg dahin verbrannt hatten!

Freitag, 12. November 2010

Frischfleisch für hungrige Triathleten.

Die Versuchung war ganz einfach zu gross. Wenn der Tagesablauf aus Training, Essen, Erholung und Schlafen besteht, braucht es von Zeit zu Zeit einfach ein wenig Abwechslung. Und so kam es, dass wir - Ironfrog und Ironshark - uns gestern Abend aus der 4-Männer + 1 Hund-WG verabschiedeten und uns auf die Suche nach zartem Frischfleisch machten.

Es dauerte nicht lange, strahlte uns in hell erleuchteten Lettern die verlockende Versuchung "Strip Club" entgegen. Wir schauten uns nur kurz gegenseitig an und schon steuerten wir auf die Türe zu. Charmant wurde wir begrüsst und gefragt: Is this your first time here? War es, also wurden wir aufgeklärt, wie das dort so abläuft.

Und das war vielversprechend. Man sucht sich sein Frischfleisch aus und darf in der folge damit machen, was man will! Genau was wir brauchten. Wir bestellten und wurden nicht enttäuscht. Zwei verführerisch zarte Dinger lagen vor uns auf dem Tisch und hauchten uns an: Let's get hot, guys!

Das mussten sie uns nicht zweimal sagen. Wir gaben ihnen, was sie wollten - sizzling flames!

Und so kamen wir endlich zu unserem ersten Steak! Selbst gegrillt, mit knackigem Salat und praller Kartoffel. Ach ja, unsere Waitress war auch nicht von schlechten Eltern.

Mittwoch, 10. November 2010

The hay is in the barn - ready to rock!

Heute Morgen um 9:50 Uhr war es endlich soweit. Nach der letzten langen Schwimmeinheit und einer Stunde im Kraftraum war die harte Vorbereitung auf den IM Arizona abgeschlossen. It's taper time now. Und die Schwimmeinheit legte es unmissverständlich an den Tag: The hay is in the barn! Nicht nur bei mir, auch Christoph aka Ironfrog stieg mit einem breiten Grinsen aus dem JCC Pool und meinte: Wow, so gut bin diese Einheit noch nie geschwommen!

Die Arbeit ist also abgeschlossen, jetzt beginnt das Feilen an den kleinen Details. Und es gilt jetzt, mit kurzen, intensiven Einheiten den Körper wach zu halten, aber gleichzeitig vollständig zu erholen. Wunderbares Wetter mit angenehmen Temperaturen machen dieses Unterfangen zu einer traumhaften Angelegenheit. Viel Ruhe, gutes Essen und great company tun das ihrige dazu.

In 10 Tagen ist es soweit. Endlich. Dann fällt der Startschuss für das letzte Triathlon-Abenteuer 2010. We are ready to rock!

Sonntag, 7. November 2010

Sunday ride, dudes, chicks and the Pacific ocean.

Coach Sergio in Florida, seine Athleten entweder am Silverman Triathlon in Las Vegas oder in der off season - schlechte Aussichten für eine lange Bike-Einheit ohne die Gefahr, dass wir uns massiv verfahren. Seit Freitag Abend ist Christoph aka Ironfrog auch hier in San Diego da war verlorengehen keine Option.

So hatte ich schon früh die Idee, Daphne, welche am letzten Sonntag schon mit uns ausgefahren war, zu fragen, ob sie nicht Lust hätte, mit uns zu trainieren. Sie sagte spontan zu und so konnte wir sicher sein, eine problemlose lange Einheit absolvieren zu können. Und wir wurden nicht enttäuscht. Unser Sunday ride führte uns in Hinterland von San Diego - tolle Landschaft, wenig Verkehr und vor allem fast keine Ampeln!

Unterwegs stiess dann noch Tamy zu uns - eben zurück von den Xterra Worlds in Maui, wo sie Vize-Weltmeisterin bei den F50 wurde. So wurden wir beiden dudes also von two chicks durch die Gegend gelotst. Und diese beiden Ladies hatten Dampf in den Beinen - uns sie stürzten sich furchtlos in jede Abfahrt. Keine Chance, diesen Speed mitzugehen.

Auch heute präsentierte sich das Wetter wieder von seine Schoggiseite. Und der Pazifik war wieder einmal ganz einfach breath taking. Einfach genial, wenn man sich so auf einen Ironman vorbereiten kann.

California sufing at Del Mar beach.

Daphne and Ironfrog - let the good times roll!

Freitag, 5. November 2010

Here we go again.

Als ich vor einer Woche meine Koffer packte, hatte ich einen Beutel mit all meinen Verarztungsutensilien in der Hand und wollte ihn schon einpacken. Dann aber sagte ich mir: Weg damit, alles ist verheilt und die Pechsträhne hat definitiv ein Ende. Denkste.

Heute Morgen stand der lange Ausdauerlauf über 2 Std. auf dem Programm. In letzter Minute änderte ich meine Route, die mich über Torrey Pines nach Del Mar geführt hätte, und entschloss mich für einen 4-Rundenlauf im Rose Canyon. Denn als mich Golden Retriever Kai in meiner Laufmontur sah, hüpfte er ganz aufgeregt umher und ich brachte es nicht übers Herz, ihn einfach so stehen zu lassen.

Nach zwei Runden im angenehmen Marathontempo lief ich mit Kai zurück zum Haus und liess ihn dort. Jetzt folgten zwei Runden im 70.3-Tempo - schwer genug auf den unruhigen Trails. Die erste der beiden Runden lief super, meine Beine waren gut und ich hatte Spass. Dann wollte ich auf der insgesamt vierten Runde noch einen draufsetzen und steigerte das Tempo weiter. Ich war eigentlich voll konzentriert auf eine gute Laufhaltung und aktiver Armarbeit und driftete mit meinen Gedanken nur ganz kurz ab. Dieser kurze Moment der Unachtsamkeit reichte und schon stolperte ich über einen Stein und lag auf der Nase. Und wie könnte es anders sein, aber genau das lädierte Knie mit den noch delikaten Stellen vom letzten Velosturz bekam es dicke ab. Bitte sehr:

All die schöne neue Haut auf dem Knie ist wieder weg. Und so blieb mir nichts anderes übrig, als das ganze Arsenal an Desinfektionsmitteln, Gazen, Tapes und wasserdichten Pflastern auf ein Neues zu kaufen. Jetzt beginnt es also wieder ganz von vorne. Wasserdicht abtapen vor dem Schwimmtraining, Bettwäsche versabbern, und, und, und.

Aber glücklicherweise ist sonst alles ganz geblieben - abgesehen vom üblichen Prellungsschmerz tut auch nichts weh. Und was bleibt ist die Gewissheit, dass die Beine funktionieren und voll da sind. Da kann so ein Bobo einen Ironman doch eigentlich kaum erschüttern.

Are you a tri geek?



Sind Triathleten nicht alle ein bisschen bluna?

Donnerstag, 4. November 2010

Santa Ana Wind.

Nein, der Santa Ana Wind hat nichts mit dem Nikolaus zu tun, obwohl er häufig im Winter bläst. Dieser Wind ist ein extrem starker und tockener Wüstenwind, der sowohl kalt wie auch warm - oder wohl eher heiss - sein kann. Der Santa Ana Wind bringt oft die heissesten Temperaturen des Jahres - heute 33° in San Diego!


Dabei transportiert er groben Sand, Staub, Pollen und Sporen und führt bei vielen Allergikern zu schlimmen Schüben. Zudem löst er, ähnlich wie beim Föhn, bei vielen Leuten Beklemmung und Verwirrung aus. Und last but not least ist er oft für das schnelle Verbreiten von Buschfeuern verantwortlich.

Ich will ja nicht klagen, aber die letzten beiden Tage habe auch ich unter diesem Wind gelitten. Ich war so richtig pampig, unkonzentriert und musste meine ganze mentale Kraft zusammen nehmen, um hart und gut zu trainieren.

Und Kalifornien wäre nicht Kalifornien, wenn es über den Santa Ana Wind nicht zwei Dutzend Songs geben würde. Hier eine kleine Kostprobe:

1980s



1990s



2000s

Dienstag, 2. November 2010

Any questions?


Lazing on a sunny afternoon.

Walking the dog.

Nein, nein, ich bin nicht auf den Hund gekommen! Der heutige Tag fing früh an. Um 6:30 Uhr sprang ich im JCC ins Wasser. Man muss sich das vorstellen: Für San Diego-Verhältnisse war der 50m-Pool very crowded. Will heissen: zwei Schwimmer auf jeder Bahn! Ich armer musste dann die ersten 20 Minuten mit zwei weiteren Schwimmern eine Bahn teilen. Es gibt hier Leute, die würden angesichts solcher Verhältnisse glattweg wieder nach Hause gehen!

Auf dem Programm stand die lange Ausdauer-Einheit mit 3 x (2 x 400m plus 3 x 200m) erst nur mit Paddles, dann mit Paddles und Pull-buoy und zuguter letzt noch mit Fesselband. Und das geht immer besser - yeah!!!

Dann Locationwechsel und rüber ins Shileys, Sergios Trainingsstützpunkt. Die zweite Einheit: Rumpfstabilisierung und Krafttraining. Hart aber herzlich. Und um 9:40 Uhr war der Trainingstag schon zu ende.

Sergio gönnt sich eine lange Massage - am Samstag startet er beim IM Florida. So konnte/durfte ich Golden Retriever Kai gassi führen. Eigentlich führt ja der Hund, von Markierung zu Markierung. Keine Chance, ihm meine Willen aufzuzwängen. Das hier ist sein Revier und ich bin nur der Zweibeiner mit der Leine. Ab morgen wird das walking the dog wohl zu meinen täglich wiederkehrenden Aufgaben gehören, wenn Sergio bis am Montag Abend in Florida weilt. Na ja, wenn kein Wölkchen am Himmel ist und das Thermometer 25° C anzeigt nicht der schlechteste Zeitvertrieb.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Sunday ride with Coach Sergio.


Kalt war es heute Morgen, aber dafür wurden wir mit einem wunderbaren Sonnenaufgang entschädigt. Sonnenaufgang? Genau, denn heute ging es bereits um 6:45 Uhr los. Das heisst, wir wollten um 6:45 losfahren. Aber Coach Sergio ist immer für eine kleine Überraschung gut. Als wir losfahren wollte, meinte er: Oh, I wanted to change that rear tire. Der alte Hinterreifen löste sich bereits in seine Einelteile auf. Und Sergio wäre nicht Sergio, wenn er dies am Vorabend erledigt hätte. Also Hinterrad raus, alter Reifen runter, neuer drauf (ja, er hatte einen neuen im Auto!). Das war aber nicht ganz so einfach, denn er verwendet die neuen Hutchinson Pneureifen ohne Schlauch. Als das Ding endlich drauf war dauerte es noch fünf Minuten, bis auch die Luft endlich drin blieb. So fuhren wird dann mit gut einer halben Stunde Verspätung los. Natürlich war es der kälteste Morgen dieses Herbstes - ist ja logisch, denn ich war da!

Erst ging es einmal den Berg hinunter. Und schon stand der nächste ungeplante Halt auf dem Programm. Dieses Mal war ich der Verursacher. Mein Velo machte ab 45 km/h ganz eigenartige Schlangenlinien. Kein Wunder, war doch der Steuersatz lose!!! Werkzeug raus, anziehen und weiter gings.

Von da weg wars dann eine schöne Ausdauereinheit ohne weitere Überraschungen. Mittlerweile kenne ich ja die Gegen und weiss, dass es kaum einmal 5 km ohne Ampel oder Stoppstrasse gibt. Mit der Zeit wird man geduldig und lernt, dass es auch so geht und dadurch die Qualität der Einheit nicht wirklich beeinträchtigt wird.

Die abschliessenden 30/30er absolvierten wir dann auf dem Laufband. Die Beine fühlten sich wirklich gut an - nicht unwichtige im Hinblick auf den IM Arizona.

Samstag, 30. Oktober 2010

Velo hier - Sonne weg.



Als ich vom Schwimmen nach Hause kam, standen das Bike und der Radkoffer vor der Tür. Einziges Problem: Es regnete in Strömen. Es gab zwei Möglichkeiten: warten oder auf die Rolle. Da sich der Bike-Workout vom Samstag ausgezeichnet auf der Rolle absolvieren lässt - besser als auf der Strasse, weil hier wegen Ampeln und Stoppstassen keine längeren Intervalle möglich sind - suchte ich in der Garage nach den überall verstreuten Teilen eines CompuTrainers, setzte ihn zusammen und macht mein Velo fahrbereit. Und los gings. Was man nicht alles tut für einen Ironman!

Ich hier - Velo da.

Wieder einmal hat es sich bewahrheitet, dass eine smoothe Reise erst am Zielort beendet ist. Bis Los Angeles lief es perfekt. Pünktliche Ankunft, subito durch die Immigration (oh Wunder, das grüne Formular ist verschwunden), alle drei Gepäckstücke unversehrt angekommen und recht zügig durch den Zoll. Es blieben mehr als zwei Stunden um die Connection nach San Diego zu machen. Aber da war diese innere Stimme, die immer wieder sagte: Miete doch besser ein Auto und fahre runter nach San Diego.

Nun, nachdem ich das Gepäck gleich wieder aufgegeben hatte, war es dafür eh zu spät. Als ich dann allerdings zum Flugzeug ging und in die Propeller-Maschine Marke Sardinenbüchse einstieg, ahnte ich es schon. Das Flugzeug war bis auf den letzten Platz besetzt und etwa die Hälfte der Passagiere hatten, wie ich, massiges Gepäck dabei. So kam es, wie es kommen musste: Mein Koffer schaffte es, der Velo- und der Räderkoffer blieben in L.A. Soviel zur Einhaltung einer vertraglich vereinbarten Transportleistung gegen entsprechendes Entgelt.

Aber was solls, ich gehe jetzt einmal davon aus, dass die fehlenden Stücke heute Morgen angeliefert werden. Die Schwimmuntensilien sind hier und so steht einer ersten Trainingseinheit im Pool um 8.00 Uhr nichts im Wege. Hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack aufs Aufwärmen vor dem Schwimmen:

Los Angeles - so far so good.


Barbecued chicken salad by Wolfgang Puck. California food. Yummie!

Freitag, 29. Oktober 2010

10:10 Uhr - Bushaltestelle Feusisberg


Feusisberg - Pfäffikon - Flughafen Zürich - Los Angeles - San Diego - La Jolla! Once again I am on a mission.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Gordon Gekko neuer CEO der WTC?



Access Membership Program - der neueste Wurf der WTC. Kostenpunkt: US$ 1'000.- pro Jahr. Benefits: Ein Haufen Scheisse, den niemand braucht. Bis auf dieses fast schon geniale Versprechen:
Diese Leute wissen, wie sie die Bekloppten über den Tisch ziehen können. Ob da wohl Gordon Gekko seine Finger mit im Spiel hat? Greed is good - Geldgier ist gut! Mögen Sie daran verrecken - Kona hin oder her.

Leute: Boykotiert dieses Programm. Startet vermehrt an Challenge, TriStar und anderen Triathlons. Beweist, dass man die Marke Ironman zwar besitzen kann, aber die Athleten, die den Mythos erst zum Leben erwecken, nicht käuflich sind. Zeigt der WTC den Stinkefinger - genug ist genug.

PS: Kaum zu glauben: The Ironman access membership program IS SOLD OUT! Hilfe, es gibt zu viele bekloppte Triathleten. Auf passen, dein Nachbar in der Wechselzone könnte einer sein!

Dienstag, 26. Oktober 2010

Gibts die Dinger im Sexshop?

Diese Frage stellte mir ein welterfahrener Master-Schwimmer am letzten Mittwoch beim Anblick meiner Fussfesseln. Fussfesseln? Um weiteren Verwirrungen und Spekulationen über meine Einkaufsgewohnheiten für Sportgeräte Vorschub zu leisten, möchte ich das Geheimnis dieses rätselhaften Dings auf der Stelle auflösen.

Es handelt sich dabei nämlich nicht um ein Utensil für heisse Fesselspielchen, sondern um ein kleines Folterinstrument mit grosser Wirkung fürs Schwimmtraining. Wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, bindet man damit ganz einfach seine Fesseln zusammen. Der Wahrheit zuliebe sei aber auch gleich erwähnt, dass dabei der Pull-buoy nicht fehlen sollte, ansonsten die Herausforderung auch für gute Schwimmen (fast) zu gross wird.

Einmal die Woche binde ich mir also die Fesseln zusammen, stecke mir den Pull-buoy zwischen die Beine und bestücke meine Hände mit Paddles. Was dann folgt darf ruhig als kleine Tortur bezeichnet werden: 2 x 400m plus 3 x 200m. Macht dann also 1'400m. Allerdings gilt es zu erwähnen, dass vor diesem Ausflug in die Welt des Schmerzes neben 400m Einschwimmen schon dasselbe Set einmal mit Paddles und einmal mit Paddles und Pull-buoy geschwommen bin. Macht dann also 3'200m Vorbelastung, 2'800m davon mit Pull-buoy.

Wenn ich mir dann mit diesen Dingern die Fesseln zusammen binde, sind andere schon lange unter der Dusche. Für mich beginnt dann die Zeit des Leidens. Die Arme faulen langsam aber sicher ab. Der latissimus dorsi beginnt zu brennen wie ein lodernder Hochofen im Ruhrgebiet. Und die Beine fühlen sich an, wie wenn sie langsam Titanic-mässig auf den Grund des Pools absaufen würden.

Und wieso das ganze? Die Fussfesseln zwingen mich zur optimalen Körperspannung. Ohne geht gar nichts. Je besser die Lage im Wasser, desto schneller schwimmt man auch mit diesen Dingern. Als ich im letzten Winter zu ersten Mal damit geschwommen bin, war nach jeweils 25m der Ofen aus. Mehr als 600m lagen nicht drin. Jetzt werde ich von Woche zu Woche schneller und ausdauernder damit. Und meine Zeiten im Rennen auch. Beim TriStar 222 Sardinien schwamm ich 28:12 auf 2'000m. Macht 1:24,6 auf 100m. Oder umgerechnet auf 1'900m 26:47.

Natürlich hat dieser Blog-Eintrag auch einen Hintergedanken. Seit dieser Woche biete ich mit GF X TRAINING eine Swim Special an. 16 Wochen hartes Training mit bis zu 5 Einheiten pro Woche. Für alle, die Worten endlich auch einmal Taten folgen lassen wollen und einsehen, dass gerade im Schwimmen ohne Fleiss kein Preis gewonnen wird. Natürlich sind auch 14-tägliche Technik-Stunden inbegriffen. Und als Geschenk gibts ein Fesselband - direkt aus den USA und nicht von Beate Uhse.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Knopf in der Leitung.

Am Freitag erreichte mich eine SMS von Caroline Steffen. "Gahts dir guet? Bisch nie online und kei nöii Blogiiträg." Gestern fragte mich Brigitte Fierz: "Häsch din Blog iigschtellt? Sit Wuche nüt me nöis." Das tut doch der Seele des Schreibers gut - die treue Fangemeinde sehnt sich nach neuen Blog Posts. Hurrah, er wird gelesen!

Schreibstau nennt der Schriftsteller den Zustand der Ideenlosigkeit oder wenn er ganz einfach keinen vernünftigen Satz mehr zustande bringt. Nun, ich möchte mich fürwahr nicht als Schriftsteller bezeichnen, aber so etwas ähnliches wie ein Schreibstau hat sich auch bei mir breit gemacht.

Nach dem TriStar 222 Sardinien stiegt ich schnurstracks wieder ins Training ein und absolvierte am Dienstag auf dem Weg zur Fähre in Olbia gleich noch ein langes Schwimmtraining über 4.7 km. Am Mittwoch Mittag war ich dann wieder zu hause, habe die Sporttasche gepackt und weiter gings mit einem harten Lauf mit langen Intervallen im Halbmarathon-Tempo. Dann war es schwupps Samstag und der Ironman Hawaii stand an.

Spätestens da machte sich schon ein wenig Nostalgie und ein wenig Enttäuschung breit, nicht dabei sein zu können. Mitfiebern ist zwar weit weniger anstrengend als in Backofenhitze von Kona einen Ironman zu bestreiten, aber wenn man einmal dabei war und es gerne wieder gewesen wäre, ist es hart, nur aus der Ferne zu zuschauen.

Und so verging dann Tag für Tag, an denen ich immer wieder einmal etwas schreiben wollte und entweder ratlos vor dem PC sass oder durch etwas wichtiges abgelenkt wurde. Und schon waren 20 Tage vergangen.

Zu meiner Entschuldigung muss ich aber auch anbringen, dass ich very busy war. Während Steffen, Bruder Ironfrog und ich uns noch unbeirrt auf den Ironman Arizona vorbereiten, haben einige meiner Athleten ihre Saison abgeschlossen und sind nun daran, neue Ziele zu formulieren und neue Träume zu verfolgen. Viel Arbeit für den Coach, denn es gilt Gespräche zu führen, Trainingszyklen zu planen, neue Pläne zu schreiben, etc. Das geht einfach vor, da muss auch mein Blog zurückstecken.

Dann stehen jetzt auch noch die Reisevorbereitungen für den USA-Trip an. Am nächsten Freitag geht es für mich los nach San Diego. Und weil ich erst am 28. November wieder zurück sein werde, gibt es auch hier einiges zu organisieren.

Trainingsmässig läuft es ausgezeichnet. Bisher musste ich Wetterbedingt nur ganz geringfügig improvisieren und konnte qualitativ und quantitativ hervorragend arbeiten. Die Zuversicht, in Arizona eine gute Leistung abrufen zu können, wächst von Tag zu Tag. Mit dem entsprechenden Feinschliff in San Diego wird es ganz sicher ein tolles Ironman-Erlebnis werden.

Also, liebe Freunde von Mission Possible 2010: I'm good!

Montag, 4. Oktober 2010

Post race nutrition.


Und weil es so gut war, bestellen wir gleich noch zwei.

Die Reise zum Mittelpunkt des Ichs.

Letzte Woche, kurz vor der Abreise nach Sardinien, telefonierte ich mit Georges Bürgi. Er hatte die Startliste studiert und meinte: "Neun Starter in deiner AG, aber ich kenne nur Aldo Nobili und Pierre-Alain Piller - die hast du im Griff." So kann man sich täuschen - die beiden hatten mich im Griff. Aber alles der Reihe nach.

Der Morgen verhiess nur Gutes. Das Meer war spiegelglatt, das Wasser mit 20° perfekt in Sachen Temperatur und als um 7.00 Uhr der Startschuss erfolgte, fand ich sofort meinen Rhythmus und schnelle Füsse. Im glasklaren Wasser waren die 2 km irgendwie viel zu schnell vorbei, ich wäre gerne noch weiter geschwommen. Nach etwas über 28 Minuten gings denn auch schon aufs Velo.

Ich fand sofort meinen Tritt und hatte gute Beine. Aber ich wusste, dass das kurze Tapering sich schon noch bemerkbar machen würde und entschied mich, die Sache verhalten anzugehen. An der ersten von vielen, vielen noch folgenden Steigungen der erste kleine Schock: Mein Umwerfer wollte nicht und ich konnte nicht aufs kleine Kettenblatt schalten. So musste ich immer erst auf den 23er, dann umwerfen und nach etwa zehn weiter Umdrehungen erbarmte sich das Ding meiner und legte die Kette um. Die nächsten rund 100 km lief alles perfekt und ich war recht flott unterwegs. Allerdings kündigte sich bereits der Wind an, der von Minute zu Minute stärker wurde.

Dann gings so richtig in die Sardischen Berge. Just in die Richtung, aus der der Wind blies. Obwohl die Steigungen nicht so steil waren, musste wir alle mächtig in den Lenker beissen. Dann, am Fuss der zweiten langen Steigung passierte es: Ich wollte die Kette mit dem geschilderten Trick 77 umwerfen, da sprang sie mir vom Kettenblatt und verklemmte sich mächtig zwischen der kleinen Scheibe und der Hinterradstrebe. Erst dachte ich, ich krieg das Ding da nie mehr raus. Irgendwie gelang es dann trotzdem und ich konnte nach gefühlten Minuten endlich weiter fahren. Es war aber nur das ersten von insgesamt drei Mal, denn nun schien meine Kette gefallen daran gefunden zu haben, mich zu ärgern.

So nach 140 km wurde immer härter. Gegenwind, stegiges Auf und Ab. Es war sehr warm und langsam wurde aus schwarz weiss - Salzränder überall. Dann gings in die wohl einzige, wirklich technische Abfahrt. Und schon in der zweiten Kurve verbremst ich mich big time. Ich schoss einfach gerade aus, über den Asphalt hinaus in den Kies und es knallte mich voll auf die Schnauze. Erst dachte ich, nichts sei mehr ganz - aber oh Wunder, nur mein endlich fast verheilter Ellenbogen schaute wieder wie Tomatensugo aus. Mein Trinkflachenhalter hinter dem Sattel war abgebrochen, aber sonst kein Schaden am Velo selbst. Ich rappelte mich auf und begann Patronen, Pit-Stop und Adapter abzuschrauben und in der Verpflegungstasche zu verstauen. Dann versuchte ich, den Reservecollé am Satten zu befestigen, was aber scheiterte. Dann Blut ablecken, ausspucken und hoffen, dass wirklich nichts weiteres an Mensch und Maschine kaputt war. Etwas zittrig fuhr ich wieder los, bis zur nächsten Aidstation, wo ich erste einmal mit viel Wasser ein erste Wundsäuberung durchführte. Da blieben sicher etwas 10 - 12 Minuten liegen, aber ich war immer noch im Rennen.

Die letzten 40 km waren dann einfach nur Hölle. Es ging konstant rauf und runter, Gegenwind der übleren Sorte und es wollte einfach nicht enden. Aber nach sieben Stunden im Sattel war es endlich vorbei. Alleine um mir den nächsten Schreck zu verpassen.

Ich stieg vom Rad und da war er wieder: mein blockierter Hamstring. Dieses Mal war er so zu, dass ich nur noch humpeln konnte. Ich wechselte in neuer Negativrekordzeit und wollte aus dem Wechselzelt rennen. Denkste. Ich blieb stehen und versuchte zu stretchen. Nichts schien zu gehen, mein rechtes Bein versagte seinen Dienst. Ich ging, massierte gleichzeitig, stretchte wieder, humpelte, schrie vor Enttäschung. Aufgeben? Ich wollte nicht noch einmal mit solchen Schmerzen so weit laufen, wie beim IM Switzerland. Aber aufgeben, erklären wieso? Nein, sagte eine innere Stimme. Beiss auf die Zähne, vielleicht wird es ja wieder besser. Ich musste an Nicole denken, der ich den Lauf widmen wollte. Wenn sie mich sehen könnte, ein Häufchen laufendes Elend. Also, sagte ich mir, denk an etwas anderes: hoch bleiben, Armarbeit, aktiv laufen. Und überhaupt, alle anderen schlichen auch mehr, als dass sie rannten. Und dann sagte ich mir: Du willst diese Finisher-Medaille - und das T-Shirt. Denn sie erzählen die Leidensgeschichte dieses Tages.

Ich hatte keine Ahnung, wie ich im Rennen lag. Runde für Runde sah ich Aldo und Pierre-Alain, immer etwa an der gleichen Stelle. Waren sie vor oder nach mir. Ich versuchte anhand der Rundenbändel zu sehen, wie sie lagen und sah es nie so genau. Als ich nach 9:26 Std. ins Ziel kam, stand Aldo da und schien um Jahre gealtert. Ich fragte ihn, ob er wisse, welchen Rang er belegte und er meinte: ich habe gewonnen, dieser andere Schweizer ist zweiter und du dritter. Wow. Ob ich wohl ähnlich alt aussah, wie Aldo?

Je länger ich diesen Sport betreibe, desto klarer wird mir eines: Es sind diese Geschichten, die ihn so faszinierend machen. Man lebt selten so sehr im Jetzt, wie während einem Triathlon. Es stellen sich so viele Hindernisse in den Weg und am Ende des Tages zählt, dass man diese Erfolgreich meistert. Dann stellt sich von alleine eine unglaublich tiefe Befriedigung über das Geleistete ein. Wenn es dann noch zu einer guten Rangierung reicht, umso schöner. Aber den persönlichen Triumph über seine Dämonen, den kann einem nichts und niemand wegnehmen.

Ich hoffe, dieses Rennen wird sich etablieren. Hier treffen ein wunderbares Fleckchen Erde und eine ganz grosse Herausforderung aufeinander. Dieser TriStar 222 Sardegna ist etwas vom härtesten, was es gibt. Ich schaue heute Morgen in die Gesichte der Finisher und sehe immer noch die Anstrengung, den Schmerz, aber auch die tiefe Freude über das Erreichte. So soll es sein.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Die Schlacht ist geschlagen!


Leider habe ich in Moment keine Internetverbindung. Darum ein erster Kurzbericht per Handy. Super Schwumm, unglaublich viele Höhenmeter, viel, viel Wind, drei Mal die Kette verklemmt, ein Mal gestürzt, Hamstring steinhart. Gelitten wie selten. Und grosse Freude, dass es doch noch aufs Podest gereicht hat. Alles im Detail, sobald die Verbindung wieder steht. Aber jetzt schon DANKE fürs Daumen drücken.

Samstag, 2. Oktober 2010

Life does not work without coffee


Kristalklares Wasser. Arme top. Gute Strassen. Beine top. Leckerer Espresso. What a life!

Guten Morgen und guten Appetit

Was für ein grandioser Morgen auf Sardinien! Kurz vor Sonnenaufgang präsentiert sich die Bucht vor Cannigione in traumhaftem Licht und spiegelglatt. Da kommt doch grosse Vorfreude auf. Morgen früh um diese Zeit dürfen wir hier im 20° warmen Wasser unsere 2'000m schwimmen - wenn das kein Privileg ist!

Das Hotel liegt übrigens nur drei Minuten vom Meer entfernt und ist eine malerische Anlage mit tollem mediteranen Charme. Verwinkelt, mit kleinen Gässchen und Treppen kommt man sich vor wie in einer anderen Welt.


Aber vor lauter sardinischer Romantik wollen wir nicht vergessen, weshalb ich hier bin: Für einen langen, harten Trainingstag mit tollen Eindrücken, wunderbaren Bildern und schierer Lust an der Bewegung. Dieser Event hat einen richtig "heimeligen" Charakter. Es ist nicht nur eine Weltpremiere - der erste TriStar 222 Event überhaupt - sondern auch wunderbar überschaubar. Es sind nur 123 Einzelathleten am Start und es herrscht eine wirklich familiäre Atmosphäre. So verwundert es nicht, dass ich schon viele neue Bekanntschaften geschlossen habe, aber auch bekannte Gesichter treffen konnte: Aldo Nobili und seine Frau Elena fiebern dem Rennen ebenso entgegen, wie ich.

Auf 200 km mit 3'500 Höhenmetern spielen dann wohl zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: die Beine (wie immer) und die Ernährung. Niemand hat so recht eine Ahnung, wie lange er wohl unterwegs sein wird - mich eingeschlossen. Also gilt es, genügend Kalorien mitzunehme. Voilà, hier ein kurzer Eindruck, was alles runter muss:


Na denn, guten Appetit! Zum Glück ist die Abschlussparty auf einem Weingut. So ist die Chance gross, dass nach ein paar Gläsern Wein der Gel-Geschmack von der Zunge weicht! Alles wird besser!

Freitag, 1. Oktober 2010

Zimmer 309


Arrivato! Es ist leicht bewölkt bei lauen 21 Grad. :-). Vor mir die spiegelglatte Bucht, in der es ziemlich sicher superschnelle Schwimmzeiten geben wird. Heute heisst es Beine hoch, denn mit nur zwei Taper-Tagen gilt es, jede unnötige Anstrengung zu vermeiden.

Donnerstag, 30. September 2010

Genua


Gut angekommen. Heute Nacht geht es mit der Fähre weiter nach Olbia. Natürlich im Bettchen und hoffentlich im Tiefschlaf. Ihr kennt ja mein Rezept: Schlaf ist Doping - gratis und legal.

Autogrill


Kurzer Espresso-Halt auf dem Weg nach Genua. Es läuft wie am Schnürchen.

Donnerstag, 23. September 2010

Noch neun Flaschen Randensaft bis TriStar 222 Sardinien.

Rot ist im Moment die alles beherrschende Farbe in meinem Triathlon-Leben: roter Saft, rote Lippen, rote Zunge, rotes Bisi, roter ... - lassen wir das. Während Sandro aka Ironnonno selbst im fernen Phuket auf das rote Zeugs nicht verzichtet, wohl aber einige Beschaffungsprobleme lösen musste, kann ich das Wundermittel ganz einfach im Coop einkaufen.

Gestern wurde mir dann auf einen Schlag bewusst, dass ich auch für dieses Rennen nicht auf die leistungsfördernde Wirkung von Randensaft verzichten darf. Damit es aber gleich klar ist: Ich bin sehr gut in Form. Aber das reicht nicht für dieses Abenteuer auf Sardinien. Wieso nicht, erkläre ich gleich.

Die Macher von TriStar habe ja cleverer weise ein neues Rennformat geschaffen: 2 - 200 - 20. Mitten aus dem Training heraus eine Langdistanz zu bestreiten ist Neuland für mich. Weil die abschliessende Laufstrecke "nur" 20 km lang ist, habe ich mich dazu entschlossen. Ich will nur zwei Tage tapern und am Dienstag nach dem Rennen wieder ins normale Training einsteigen. Anhand der Routenpläne und Höhenprofile konnte ich mir auch ein Bild von der Velostrecke machen:


Ich ging so überschlagsmässig von ca. 2500 Höhenmetern aus. Gestern nun die genaue Angabe im Race-Briefing: 3500 Höhenmeter. Ups! Zum Vergleich: Alpen Challenge von Lenz über den Albula, Bernina, Forcolaz di Livigno, Julier und wieder hoch nach Lenz - 220 km mit 4000 Höhenmetern! Aber ohne Laufen im Anschluss.

Nun denn, jetzt ist es halt so und ich stürze mich gut vorbereitet und heiss in das Abenteuer. Wer wird denn da schon im Vorfeld anfangen zu Jammern? Ich bestimmt nicht. Die Laufstrecke ist schliesslich ganz flach - wie das Schwimmen auch! ;-). Und wieder einmal wird alles besser!

Donnerstag, 16. September 2010

Einer zog aus, den Triathlon-Olymp zu erklimmen.

Im American Football spricht man von einer perfect season, wenn der Super Bowl-Sieger die gesamte Saison ohne Niederlage überstanden hat. Im Tennis gibt es den Grand Slam, was soviel bedeutet, dass ein Tennisspieler in einem Jahr das Australian Open, Wimbledon, Paris und New York gewinnt. Im Fussball gibt es den Hattrick - ein Spieler erzielt drei Tore hintereinander in einer Halbzeit. Im Baseball ebenfalls den Grand Slam, wenn ein home run geschlagen wird und alle drei bases sind besetzt. Kurz: Es sind Ereignisse, die selten vorkommen und demjenigen Sportler, der sie erreicht, Ruhm und Ehre einbringen.

Im Triathlon gibt es so etwas nicht. Aber es gibt immer wieder Serien, die einzigartig sind. Dave Scott, Mark Allen, Paula Newbie-Fraser, Natascha Badman, Chrissie Wellington - sie haben Geschichte geschrieben.

Dann gibt es aber auch noch Age Grouper, die unglaubliches Leisten. Neuestes Beispiel: Reto Schawalder - er gewinnt hintereinander die EM und WM über die Olympische Distanz und oben drauf noch die ITU Langdistanz WM.

Und dann gibt es da noch Sandro Angelastri aka Ironnonno. Erst Ice Hockey-Spieler, dann Autorennfahrer, Mountainbiker und jetzt Triathlet. Eigentlich ist er zu gross und zu schwer, um erfolgreich zu sein. Aber genau so, wie die Hummel nicht weiss, dass sie physikalisch gesehen eigentlich nicht fliege kann, schert er sich einen Dreck darum. Mit Fleiss, Geduld und dem Willen, immer noch ein bisschen besser zu werden, hat er sich an die absolute Weltspitze herangetastet und verbreitet jetzt dort Angst und Schrecken.

Im Mai zogen wir zusammen aus nach St. Pölten, um den Österreichern eine Lektion zu erteilen. Er erteilte sie und gewann überlegen den 70.3. Eine Woche später stand er in Rapperswil wieder am Start und musste sich nur einem zähen Alfi Caprez geschlagen geben. Das lassen wir mal als Streichresultat durchgehen. Auf dem Weg zum IM Switzerland gewinnt er en passant den Xterra France. In Zürich dann das Husarenstück: Sieg in der AK 50 - und keiner hatte den Hauch einer Chance. Und auf dem Weg nach Hawaii bodigt er noch die Konkurrenz am Xterra Switzerland.

Jetzt sitzt - oder besser schwimmt, radelt und läuft - er in Phuket und bereitet sich auf den finalen Showdown am Ironman Hawaii in Kona, am 9. Oktober, vor. Er hat Blut geleckt und will nun auch im Epizentrum des Ironman zeigen, dass ein Sieg nur über Ironnonno führen kann. Minutiös und wie immer mit viel Gefühl für das richtige Mass gewöhnt er sich an die heissen und feuchten klimatischen Verhältnisse, um dann am Tag X gnadenlos zuzuschlagen. Es wird keine Spaziergang werden. Vielmehr wird er leiden, wie er noch nie gelitten hat - mit dem Ziel vor Augen, als Erster seiner AK über die Ziellinie zu laufen. Nichts und niemand wird ihn davon abhalten, seine Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Fürwahr, Ironnonno ist ausgezogen, um den Olymp des Triathlon zu erklimmen!

Kleine Fussnote an Sandro: Fertig lustig, komm ja nicht nach Hause und tisch uns Ausreden auf. Wir wollen dich mit Salatschüssel zurück. You know what I mean, gell! :-)