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Samstag, 2. Juni 2012

Ironman 70.3 Switzerland: Same, same but different - Episode 7


Der Tag der Wahrheit rückt näher. Nachdem ich gestern schon um 20.30 Uhr die Lichter ausgemacht und vorher eine proteinreiche Mahlzeit zu mir genommen habe, staunte ich heute Morgen nicht schlecht über die anabole Wirkung dieser legalen Dopingstrategie.

Wenn ich am Sonntag Morgen um 10.20 Uhr mit der Startnummer 2344 ins Rennen gehe, werde ich sicher einige Blicke auf mich ziehen. Die Beine sind parat und beim Schwimmen werde ich, wie üblich, durch den See hämmern.

Bleibt nur zu hoffen, dass mir nach der wundersamen Transformation letzte Nacht mein Neoprenanzug nicht doch etwas zu eng geworden ist!

Freitag, 1. Juni 2012

IM 70.3 Switzerland: Same, same but different - Episode 6


Die Schuhe mit Raketenantrieb aufgemotzt, Helmspoiler für hohe Kurvengeschwindigkeiten und chip-getuntes Scheibenrad für mehr Aerodynamik - materialmässig ist alles bestens vorbereitet. Den Elektrolythaushalt habe ich mit hochisotonischem alkoholfreien Weissbier auf Topniveau gebracht. Die Lichter gehen auch früher aus, damit die kostenlose und superwirksame Dopingwaffe Schlaf voll einfahren kann.

Eigentlich habe ich an alles gedacht, damit Rappi zum grandiosen Erlebnis werden kann. An alles? Da war doch noch was - richtig: die Wettkampfverpflegung.

Wie bereits angekündigt werde ich auf der Laufstrecke auf die offiziellen Verpflegungsprodukte des Veranstalters zurückgreifen. Das schliesst auch Cola von der ersten Aidstation an ein. Das Zeugs fährt einfach zu geil ein, um darauf zu verzichten.

Auf dem Rad habe ich ein neues Wunderfuel getestet: Rocket Formula. Absolut leicht verträglich, da für empfindliche Babymägen entwickelt. Lecker einzunehmen, vorzugsweise aus dem Trickfläschchen anstatt dem Bidon.

Bleibt nur zu hoffen, dass es, unter Wettkampfbelastung eingenommen, nicht das eine oder andere zusätzliche Bäuerchen verursacht!

Mittwoch, 30. Mai 2012

Ironman 70.3 Switzerland: Same, same but different - Episode 5


Heute fand ich einen ausführlichen Kommentar auf meinen Blog-Eintrag von gestern - geschrieben von der Zillertaler Kampfmaschine Bernhard Böhmer. Er meinte, ich würde den Effekt das Abtriebs auf der Radstrecke überschätzen und sollte eher auf Auftrieb setzen - auch, weil es in Rappi ja gehörig den Berg hinauf geht.

Das hat mich zum wiederholten Nachdenken bewogen. Und so habe ich mich entschlossen, auch als "Belohnung" für St. Pölten, mir mein eigenes Scheibenrad zu kaufen. Weniger, um mehr Auftrieb zu haben, als ganz einfach alles technisch Mögliche voll auszuschöpfen.

Nach eingehender Recherche entschied ich mich für das erst seit gestern im Handel erhältliche Zipp Premium Sub-9 Special Chip Edition.

Zipp-Räder weisen ja bekanntlich eine dem Golfball nachempfundene Oberflächenstruktur auf. Sie soll bei schräg einfallendem Wind denselben so ablenken, dass eine Antriebsdynamik entsteht. Nun hat Zipp eine Technologie entwickelt, bei der die Golfball-Dellen mittels eines Tuning-Chips laufend so gerichtet werden, dass der einfallende Wind optimal am Rad vorbei geleitet wird und sich damit damit der Schubeffekt weiter verstärk.

So bin ich nun auch für die Radstrecke so gut wie noch nie gerüstet. Der Vorteil mit diesem Rad gegenüber herkömmlichen Scheibenrädern soll gegen 20 Watt betragen!

Hoffentlich habe ich den Helmspoiler gut genug befestigt. Nicht, dass mir dieser bei den nun möglichen horrenden Tempis noch vom Kopf geblasen wird.

Dienstag, 29. Mai 2012

Ironman Switzerland: Same, same but different - Episode 4


Nachdem die Laufschuhe mit Raketenbooster aufgerüstet sind, gilt es auch auf dem Velo noch ein paar Sekunden - oder besser Minuten - zu finden.

Als ich im 2009 das Rennen gewonnen habe, fuhr ich den besten Radsplitt in meiner AK. Mein Rezept damals: Kontrolliert die Steigungen hoch und Vollgas bergab und im Flachen. So sieht auch meine Strategie für nächsten Sonntag aus.

Und ich denke, gerade in den extrem schnellen Passagen liegt noch ein Zeitgewinn drin. Kompakt und aerodynamisch auf dem Rad sitzen sind unerlässlich, viel Druck auf den Pedalen auch. Also geht es darum, die Bodenhaftung in den schnellen Kurven zu optimieren und den Anpressdruck zu erhöhen.

Mit meinem neuen Helmspoiler gelingt das optimal. Und weil ich ihn in den Steigungen und den flachen Passagen flach stellen kann, leidet auch der Topspeed nicht darunter.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Nackemuskulatur das auch über die vollen 90 km mitmacht!

Montag, 28. Mai 2012

IM 70.3 Switzerland: Same, same but different - Episode 3


Im Vorfeld zum IM 70.3 Austria habe ich über meine neuen schnellen Laufschuhe berichtet und wie ich sie mit einem tollen Trainingslauf quasi für den Wettkampf geeicht hatte. Nun, mir sind dann in St. Pölten auch wirklich Flügel gewachsen - das Ergebnis ist bekannt.

Blöd nur dass das für Rapperswil ziemlich sicher nicht ausreichen wird, um die Raketenläufer Alfi Caprez und Reini Pöllinger in schach zu halten. Ganz abgesehen davon, dass ich keine Ahnung habe, wie sich meine Beine damit anfreunden können, nach der geplanten Woche Ironman-Vorbereitung noch einen sehr schnellen Halbmarathon zu laufen.

Also habe ich wieder in die Trickkiste gegriffen und erneut meinen run gepimpt. Wenn die schon mit Raketenantrieb laufen, dann muss ich das eben auch. Und so sind die netten Flügelchen schon nach nur einem (erfolgreichen) Einsatz Schnee von gestern und haben dem ultimativen Boost Platz gemacht.

Hoffentlich hält das mein Fahrgestell aus, wenn ich die Nachbrenner zünde!

Sonntag, 27. Mai 2012

IM 70.3 Switzerland: Same, same but different - Episode 2


Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. So hat ein Vergleich meiner Splittzeiten von St. Pölten mit denjenigen von Wechselturbo Geoges ergeben, dass er mir in der Wechselzone gut 1:30 Minuten abgenommen hat - 1 Minute alleine in T2. Dass kann schon einmal ins Auge gehen!

Ich erinnere mich genau. Mein neues Top hat nur hinten eine Tasche und dort musste ich meine 5 Gels und drei Salztabletten verstauen. Gar nicht so einfach - auf alle Fälle war das mit Sicherheit für und 75% des Zeitverlustes verantwortlich. Und darum muss ich das in Rapperswil verbessern.

So werde ich mich auf ein kleines Experiment einlassen. Anstelle meiner fünf Sponser-Gels werde ich erstmalig auf die offiziellen PowerBar-Gels zurückgreifen. Aber selbstverständlich nicht, ohne diese in den zwei Wochen zwischen St. Pölten und Rappi ausgiebig zu testen. So auch heute, wo es nach der gestrigen Monster-Radtour schon wieder auf einen zügigen 20 km-Lauf ging (der wiederum ein Lächeln in mein Gesicht zauberte ...). Es scheint, dass ich die rund 1:30 Stunden des Halbmarathons auch mit diesen offiziellen Gels abdecken kann. Bisher hatte ich auf jeden Fall noch keine Magenprobleme.

Schon verrückt: Auch über die halbe Ironman-Distanz ist es unerlässlich, die Sekunden zu zählen, so eng geht es an der Spitze zu und her.

Samstag, 26. Mai 2012

IM 70.3 Switzerland: Same, same but different - Episode 1


Am Donnerstag fragte mich Nachbar Daniel Vogel (aka Ironbird) ob ich Lust hätte, mit ihm am Samstag über den eben gerade eröffneten Klausen zu fahren. Da gabs nur ein spontanes JA, denn ich hatte mich bereits sehr gut von St. Pölten erholt. Und wie angekündigt, werde ich den IM 70.3 Switzerland aus dem Training heraus bestreiten.

So gesehen befinde ich mich also heute schon in der Kernvorbereitung auf Rappi. Im Gegensatz zu vor einer Woche aber halt mit harter Ironman-Vorbereitung anstatt Tapering. Same, same but different eben.

Nun, es war eine supergeile Trainingseinheit. Vor allem, weil wir hinauf auf den Klausenpass von etwas Rückenwind profitieren konnten und ziemlich schnell oben waren, ohne uns auszukotzen. Dafür mussten wir auf dem Nachhauseweg (wir fuhren wieder über Linthal zurück um dem Pfingstverkehr auf der Axenstrasse auch dem Weg zu gehen) mächtig gegen den stark auffrischenden Gegenwind kämpfen. Dennoch: nach 6:15 Stunden und 184 km waren wir zurück in Horgen, wo ich Ironbird "zwang" mit mir noch einen Koppellauf zu machen. Schliesslich startet Daniel am 8. Juli am IM Frankfurt und hat einige Ambitionen!!

Also rein in die Laufschuhe und ab die Post. Was wir dann noch abgeliefert haben, bleibt mein Geheimnis. Nur so viel sei verraten: Es zauberte ein nachhaltiges Lächeln in mein Gesicht. Macht auf alle Fälle grosse Lust auf Rapperswil!

Mittwoch, 23. Mai 2012

The show must go on!


Am Montag fuhren Nici, Georges und ich von St. Pölten zurück. Nachdem uns die Vorfreude und Anspannung vor dem Rennen die Fahrt hin als kurzweilig und gar nicht so lang erscheinen liess, waren wir auf dem Rückweg dann schon sehr glücklich, endlich wieder zu hause anzukommen. Schliesslich waren wir auch recht müde und die Beine schmerzten ein wenig.

Ich entschloss mich dazu, geradewegs ins Käpfnach zu gehen und die steifen Glieder etwas zu locker. Und etwas leichte Bewegung hat der Erholung noch nie geschadet - im Gegenteil. Aber nach 1.2 km war dann auch schon wieder Schluss.

Dienstag Morgen. Ich fühlte mich schon wieder sehr gut und beschloss, eine Ausdauer-Schwimmeinheit zu absolvieren. Das fühlte sich im Pool dann so gut an, dass ich, entgegen meiner Absicht, praktisch die ganze Einheit zu ende schwamm. Und meine Beine wollten aufs Velo. Also folgten noch 2 Stunden lockeres Ausfahren.

Heute Morgen dann der ultimative Test für die Muskulatur: Lauftraining. Ich nahm mir vor, mindestens eine halbe Stunde ganz locker zu laufen. Daraus wurde eine Stunde und wohl eher moderates Tempo. Auf alle Fälle hatte ich keine schweren Beine und auch keine Muskelschmerzen. Natürlich hätte ich nicht hart laufen können, aber die Erholung war doch schon sehr weit fortgeschritten.

So entschloss ich mich, definitiv in Rapperswil an den Start zu gehen. Auch, weil es die letzte Austragung ist und ich dort im 2009 meinen ersten 70.3 gewonnen habe. Und, weil viele Freunde und Bekannte am Start sein werden - in der M55 sogar ein sehr, sehr hochklassiges Starterfeld!

Aber ich werden keine Trainingstage mehr für Tapering opfern, denn der IM Switzerland steht ja schon bald vor der Türe. Also ein Rennen voll aus dem Training heraus. Ab morgen gilt wieder der normale Trainingsplan. Das wird interessant werden!