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Sonntag, 30. September 2012

Bye, bye Käpfnach!

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge galt es heute Abschied zu nehmen vom Sportbad Käpfnach - es schliesst heute Abend um 19.00 Uhr seine Pforten für die Saison 2012. Nun heisst es wieder sieben Monate Bahnkampf im Hallenbad Adliswil.

Als Fast-Horgener, aber weit entfernt vom Seebueb, ist mir dieser Flecken Erde am Zürichsee besonders ans Herz gewachsen. So sehr, dass ich diesen Sommer so viel geschwommen bin, wie noch nie in meinem Triathlon-Leben. Zuletzt addierten sich die Einheiten auf über 15 km pro Woche. Das so erworbenen gute Schwimmgefühl trägt mich hoffentlich auch im Pazifik schnell über die 3.8 km in der Bucht vor Kona.

Tja, jetzt wo die Pforten schliessen, stellen sich einige existentielle Fragen. Wo soll ich nun den wohlverdienten Kaffee und Kuchen geniessen? Wer macht mir ruck-zuck einen Teller feine Spaghetti all'Arabiata? Wo trifft man am Sonntag Morgen viele bekannte Gesichter? Wo wird man während dem Schwimmen einfach so schön braun?

Nun, die Antwort ist einfach: Geduld haben und bis am 1. Mai 2013 warten. Dann öffnet sich das Gitter wieder und - da bin ich mir ganz sicher - auch Sams Schmirgelpapier-Stimme wird wieder in voller Lautstärke erklingen!

Idyllisch - in herbstlichem grau-in-grau!





Ein letzter Blick auf das Becken!

Mittwoch, 26. September 2012

First day of last times.


Heute in einer Woche sitze ich im Flieger. 24 Stunden werde ich unterwegs sein. Und wenn ich aus dem Flugzeug aussteige, wird es garantiert innert 60 Minuten einmal kurz zu regnen beginnen. Wieso? Weil das immer so ist, wenn ich an eine exotische Destination reise.

So war denn heute der erste Tag der letzten Male - First day of last times. Jede Trainingseinheit wird die letzte in dieser Form vor dem grossen Saisonfinale sein - und wahrscheinlich auch im 2012. Schon eigenartig: Seit dem 28. November 2011 weiss ich, dass mein Traum vom 2. Hawaii-Start am 13. Oktober 2012 wahr werden wird. Erst scheint es ewig zu dauern, dann macht es wusch und das Ereignis steht vor der Tür.

Gut so, dass es bald los geht. Und weil eben jede Trainingseinheit zum letzten Mal absolviert wird, will man auch die Gewissheit haben, dass die Form stimmt. Schliesslich hat man viele Referenzeinheiten aus den vergangen Monaten, die zum Vergleich herangezogen werden können.

So gings heute Morgen los mit der Laufeinheit 15 x 800m-Intervalle. Wenn mich eine Einheit zum besseren Läufer gemacht hat, dann diese. Und die 15 800er bin ich schon richtig schön schnell gelaufen (Anmerkung für alle, die das auch machen wollen: ich laufe 5 x 800m mit 200m Trabpause, dann 5 x 500m hill reps mit 500m runter laufen, dann noch einmal 5 x 800 - im flachen Gelände und nicht auf der Bahn!!)

Wenn diese Einheit gut läuft, dann weiss ich, dass ich gut in Form bin. Nun, ich bin sie schon etwas schneller gelaufen als heute früh, aber nur etwas. Und es fühlte sich etwa so an:




Dann ging es weiter ins Sportbad Käpfnach. Ja genau, draussen - noch bis nächsten Sonntag, dann ist auch dort leider Schluss für dieses Jahr. Um diese Jahreszeit herrschen dort perfekte Trainingsbedingungen, zumindest was den Platz in der Bahn angeht. Die Triathleten haben sich entweder schon ins Hallenbad verabschiedet oder machen ihre Winter-Schwimmpause. Gut so, jedem das seine.

Auf dem Papier hiess es 4 x 1000m im höchstmöglichen gleichmässigen Tempo, mit 60s Pause. (Anmerkung für alle, die das auch machen wollen: ist so einfach, da brauchts keine A4-Seite mit Workout-Anleitung) Selbstverständlich mit Pull-buoy und Paddles. Weils so schön war, schwamm ich die 4000m gleich durch.

Wenn ich bei dieser Einheit das Gefühl habe, ich kann auf dem letzten 1000er noch einmal einen Zahn zulegen, dann weiss ich, dass ich in Form bin. Und das konnte ich - es fühlte sich etwa so an:




Dann gings weiter zu Nicole in die Massage. Sie durfte ein letztes Mal so richtig tief hineingehen. Aber sie konnte so tief gehen wie sie wollte, da war nichts zu finden, was mir auch nur den Hauch eines Schmerzes verursacht hätte. So fühlte es sich an:



Kurz: alles so, wie es sein muss. Bleibt zu hoffen, dass die nächsten Tage genau in diesem Stil weitergehen. Aber was heisst schon hoffen - sie werden so weitergehen!

Donnerstag, 26. April 2012

Alles neu, macht der Mai.

Ok, es ist immer noch April, aber wer will bei diesem fast schon brachialen Schönwettereinbruch (kann man das so sagen, eigentlich heisst es ja Schlechtwettereinbruch??) mit Temperaturen von weit über 20° schon pingelig sein. "Alles neu, macht der Mai" ist ursprünglich übrigens ein Gedicht von Herman Adam von Kamp aus dem Jahre 1818 und beginnt so:

Alles neu, macht der Mai,
Macht die Seele frisch und frei
Laßt das Haus, kommt hinaus,
Windet einen Strauß!
Rings erglänzet Sonnenschein,
Duftend pranget Flur und Hain;
Vogelsang, Hörnerklang
Tönt den Wald entlang.

Immer mit 2 Bahnen für Schwimmer!
Aber genug der Poesie, auch wenn die Zeilen noch so treffend für den heutigen Tag sind. Wie gesagt, der 1. Mai ist erst am kommenden Dienstag und ist nicht nur bei den Genossen der Sozialdemokratischen Partei und den Chaoten des Schwarzen Blocks dick angestrichen. Am Tag der Arbeit öffnet nämlich in Horgen das Sportbad Käpfnach seine Pforten und bietet sich allen Schwimmern und Triathleten als Mekka fürs Arbeiten im Pool an. Dank seinen 25° Wassertemperatur gibts kaum Ausreden, dort nicht jetzt schon seine Bahnen zu ziehen. Und dank den 200° in Sams Backofen locken auch schon ab Tag 1 leckere Kuchen als Belohnung!!

Georges umzingelt von Schawis!
Heute hatte ich zum ersten Mal diese Saison das Vergnügen, mit dem frischgebackenen (nein, er kommt nicht aus Sams Backofen!) Europameister M55 Georges Bürgi zu trainieren. Das war gelinde gesagt etwas ernüchternd, denn er hatte eben seinen ersten Saisonhöhepunkt und kam in Topform und bestens ausgeruht zu unserer gemeinsamen Einheit. Meine Wenigkeit brachte ziemlich müde Beine mit, nicht nur von den 27 km per Pedes gestern (mit den am Mittwoch üblichen 15 x 800m hart), sondern von drei wirklich sehr harten Wochen insgesamt. So kam es, wie es kommen musste: Der Europameister 2012 fuhr den Vize-Europameister 2008 in Grund und Boden. Damit hat sich Georges für meine Begriffe zum Kronfavoriten für den IM 70.3 Austria vom 20. Mai in St. Pölten empfohlen! Und für alle kritischen Geister: Nein, das ist keine vorgezogene Ausrede für das nächste Race. Ich werde parat sein!

Spieglein, Spieglein .. lassen wir das!
Seit ich aus Phuket zurück bin, habe ich eine Gelegenheit gesucht, mein neues Outfit spazieren zu fahren. Da kam mir dieser Maitag im April gerade recht. Das Outfit ist in den Farben des Thanyapura Sport & Leisure Clubs gehalten - ich werde diesen Sommer also die Werbetrommel für meine Freunde in Thailand rühren. Im gleichen Design gibts nämlich auch noch den Race-Zweiteiler, den ich in St. Pölten zum ersten Mal der Europäischen Triathlon-Fangemeinde präsentieren werden ;-)!

Spass beiseite. Gerade heute konnte ich mit Genugtuung feststellen, dass mir solch abrupte Temperaturwechsel kaum mehr etwas ausmachen - dem Hitze-Training in Thailand sei Dank. Früher hat mich das immer ziemlich aus den Socken gehauen.

Zwei Mai-Premieren schon im April und die langersehnte Öffnung des Sportbades Käpfnach pünktlich am 1. Mai - fängt doch schon mal gut an. Und wie sagt von Kamp doch so schön: ... Macht die Seele frisch und frei ...