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Donnerstag, 26. April 2012

Alles neu, macht der Mai.

Ok, es ist immer noch April, aber wer will bei diesem fast schon brachialen Schönwettereinbruch (kann man das so sagen, eigentlich heisst es ja Schlechtwettereinbruch??) mit Temperaturen von weit über 20° schon pingelig sein. "Alles neu, macht der Mai" ist ursprünglich übrigens ein Gedicht von Herman Adam von Kamp aus dem Jahre 1818 und beginnt so:

Alles neu, macht der Mai,
Macht die Seele frisch und frei
Laßt das Haus, kommt hinaus,
Windet einen Strauß!
Rings erglänzet Sonnenschein,
Duftend pranget Flur und Hain;
Vogelsang, Hörnerklang
Tönt den Wald entlang.

Immer mit 2 Bahnen für Schwimmer!
Aber genug der Poesie, auch wenn die Zeilen noch so treffend für den heutigen Tag sind. Wie gesagt, der 1. Mai ist erst am kommenden Dienstag und ist nicht nur bei den Genossen der Sozialdemokratischen Partei und den Chaoten des Schwarzen Blocks dick angestrichen. Am Tag der Arbeit öffnet nämlich in Horgen das Sportbad Käpfnach seine Pforten und bietet sich allen Schwimmern und Triathleten als Mekka fürs Arbeiten im Pool an. Dank seinen 25° Wassertemperatur gibts kaum Ausreden, dort nicht jetzt schon seine Bahnen zu ziehen. Und dank den 200° in Sams Backofen locken auch schon ab Tag 1 leckere Kuchen als Belohnung!!

Georges umzingelt von Schawis!
Heute hatte ich zum ersten Mal diese Saison das Vergnügen, mit dem frischgebackenen (nein, er kommt nicht aus Sams Backofen!) Europameister M55 Georges Bürgi zu trainieren. Das war gelinde gesagt etwas ernüchternd, denn er hatte eben seinen ersten Saisonhöhepunkt und kam in Topform und bestens ausgeruht zu unserer gemeinsamen Einheit. Meine Wenigkeit brachte ziemlich müde Beine mit, nicht nur von den 27 km per Pedes gestern (mit den am Mittwoch üblichen 15 x 800m hart), sondern von drei wirklich sehr harten Wochen insgesamt. So kam es, wie es kommen musste: Der Europameister 2012 fuhr den Vize-Europameister 2008 in Grund und Boden. Damit hat sich Georges für meine Begriffe zum Kronfavoriten für den IM 70.3 Austria vom 20. Mai in St. Pölten empfohlen! Und für alle kritischen Geister: Nein, das ist keine vorgezogene Ausrede für das nächste Race. Ich werde parat sein!

Spieglein, Spieglein .. lassen wir das!
Seit ich aus Phuket zurück bin, habe ich eine Gelegenheit gesucht, mein neues Outfit spazieren zu fahren. Da kam mir dieser Maitag im April gerade recht. Das Outfit ist in den Farben des Thanyapura Sport & Leisure Clubs gehalten - ich werde diesen Sommer also die Werbetrommel für meine Freunde in Thailand rühren. Im gleichen Design gibts nämlich auch noch den Race-Zweiteiler, den ich in St. Pölten zum ersten Mal der Europäischen Triathlon-Fangemeinde präsentieren werden ;-)!

Spass beiseite. Gerade heute konnte ich mit Genugtuung feststellen, dass mir solch abrupte Temperaturwechsel kaum mehr etwas ausmachen - dem Hitze-Training in Thailand sei Dank. Früher hat mich das immer ziemlich aus den Socken gehauen.

Zwei Mai-Premieren schon im April und die langersehnte Öffnung des Sportbades Käpfnach pünktlich am 1. Mai - fängt doch schon mal gut an. Und wie sagt von Kamp doch so schön: ... Macht die Seele frisch und frei ...

Dienstag, 20. März 2012

IM 70.3 Singapore: Über Ziele, Wollen, Können und Happy Endings!

M55: John Douma, Ironshark und Alan Nicholls.

Singapore war definitiv eine Reise Wert. Zum einen ist es eine faszinierende, vibrierende Stadt - so gepflegt und sauber, dass sich die Schweizer Städte schon fast wie Müllhalden präsentieren. Nun, diese Sauberkeit ist denn auch nicht ganz freiwillig: Wer beim littering erwischt wird, muss sehr, sehr tief in die Tasche greifen und die Polizei ist mit Bambus-Schlagstöcken ausgerüstet und explizit angehalten, diese auch einzusetzen. Andere Länder, andere Sitten.

Als ich mich dazu entschloss beim IM 70.3 Singapore zu starten, war eines klar: Ich wollte die fünf Wochen in Phuket hauptsächlich für hartes Training nutzen und nicht zur Vorbereitung eines wichtigen Races mit ausgiebigem Tapering. Meine Ziele beinhalteten als wichtigsten Punkt das Sammeln von Erfahrungen im Umgang mit der Hitze und der Luftfeuchtigkeit. Mein Körper sollte einen Eindruck davon erhalten, was in Hawaii auf ihn zukommen wird. Und mein Kopf sollte lernen, alle damit verbundenen Widerwärtigkeiten wegzustecken. Und last but not least wollte ich einen klaren Trainingsreiz setzen. All das ist sehr gut gelungen und ich bin mit diesem Trainingsaufenthalt hier im Thanyapura Sports & Leisure Club vollauf zufrieden.

Mit dem Start in Singapore wollte ich herausfinden, wie mein Körper auf die harten Trainingsreize reagiert und vor allem, wieviel Erholung in nur vier Tagen Tapering möglich ist. Schon im Laufe der Woche merkte ich, dass die Beine zu schwer waren, um sich auf den Sonntag hin noch vollständig zu regenerieren. Also wusste ich, dass es ein sehr schweres Rennen werden würde. So nutzte ich die Zeit, um mich mental auf einen ganz schweren Tag vorzubereiten - besonders darauf, dass das Wollen und das Können ziemlich sicher ziemlich weit auseinander sein würde.

Ich war also parat und meine Rennstrategie war dementsprechend einfach: hart schwimmen und dann alles aus den Beinen herausholen, was ich finden würde. Der Kopf hatte die Aufgabe sicherzustellen, dass es trotz allen Schmerzen immer so hart wie nur möglich weiterging.

Einzig mit einem rebellierenden Magen hatte ich nicht gerechnet. Schon zwei Tage vor dem Rennen schaltete dieser um auf "alles bleibt drin". Und so gesellte sich zu den müden Beinen ein aufgeblähter Magen. Aber weil halt auch das Verdauungssystem mit dazu gehört, musste mein Kopf auch diesen ärgerlichen Umstand "verdauen" - und das tat er.

Wollen und Können waren also definitiv ziemlich weit auseinander und so konnte sich kein flow einstellen. Als ich nach 5:10 Stunden total erledigt ins Ziel lief, wusste ich zwar, dass ich auf dem 2. Rang lag, aber die Zeit war schon etwas starker Tubak. Der Sieger nahm mir 22 Minuten ab und zeigte eine grossartige Leistung. Hinter mir war es eng, aber es reichte. Die Reise nach Singapore nahm also dennoch ein Happy Ending - Podest ist Podest!

Weitaus wichtiger als dieser 2. Rang war aber meine Erkenntnis, dass ich als Athlet weiter gereift bin. Vor noch nicht allzulanger Zeit hätte ich dieses Rennen aufgegeben - jetzt bin ich soweit, dass ich alle Schwierigkeiten wegstecken kann und mein Ding durchziehe. Das freut mich am meisten und macht mich auch ein wenig stolz. Denn auch für mich gilt: It's all about the finish line!

Soviel Belohnung muss sein: Ein Kügelchen Glacé zum Dessert!



Mittwoch, 7. März 2012

Über Rheumaschwimmen, Moskitobarrieren und Frühstück nach dem Frühstück.


In der Schweiz bieten verschiedene Hallenbäder an fixen Tagen Rheumaschwimmen an. Will heissen: Die Wassertemperatur wird auf 29° erhöht, damit Rheumapatienten mehr oder weniger Beschwerdefrei schwimmen können.

Nun, hier im Thanyapura Sports & Leisure Club würden sich wohl alle Rheumaschwimmer pudelwohl fühlen. In der Bildmitte die Wassertemperatur heute Morgen um 11:23 Uhr: 31.5°! Wassertemperatur wohlverstanden, nicht die Lufttemperatur, obwohl auch die bei 31° liegt.

Was sich für einen Rheumapatienten wie eine Wohltat anfühlt, ist für mich der blanke Horror. Seit ich hier bin, und das sind bald einmal vier Wochen, habe ich mich noch bei nicht einem einzigen Schwimmtraining wohl gefühlt. Ich springe ins Wasser und mein Körper verweigert die Leistung. Kommt noch erschwerend hinzu, dass ich - wieso auch immer - kaum Luft bekomme und schon bei langsamen Ausdauereinheiten keuche wie ein Wasserbüffel.

Das ist zwar ärgerlich, aber ich kann absolut nichts daran ändern. Also habe ich mein Schwimmprogramm entsprechend angepasst. Meine Einheiten sind in der Regel nicht länger als 45 Minuten und ich stelle mich so allen 500m kurz unter die etwas kühlere Dusche. So ist es einigermassen erträglich und ich komme dennoch auf ansprechende Umfänge.

Wer nun denkt, das sei ein Luxusproblem, weil das Wasser in der Regel zu kalt ist, dem sei verraten, dass der Schwimm-Weltverband FINA in seinem Regelwerk eine Wassertemperatur zwischen 25° und 28° für Wettkämpfe festlegt. Und im letzten Oktober verstarb der US-Amerikaner Fran Crippen während einem 10 km Open Water Wettkampf in den Vereinigten Arabischen Emiraten - Wassertemperatur ca. 31°.


Zum nächsten Thema: Moskitobarrieren! Wer schon in tropischen Ländern war, lernt schnell den Wert von Moskitogittern vor Fenstern und Terrassen-Türen zu schätzen. So auch hier, ausser, dass vor der Eingangstüre keines zu finden ist. So habe ich mir meine eigene Moskitobarriere gebaut.

Um 100%igen Schutz vor den Plaggeistern zu haben, reichen je ein Paar Velo- und Laufschuhe. Seitlich vor der Eingangstüre platziert verrichten sie wirkungsvoll ihren Dienst. Nach einer Bike- oder Laufeinheit sind sie jeweils so nass, dass die Wirkung bis am nächsten Tag anhält.

So wird auch der widerstandfähigste Moskito beim Versuch in mein Zimmer einzudringen beim Überfliegen der Barriere sofort bewegungs- und damit flugunfähig.

Und da ich die Schuhe jeden Tag wieder aufs Neue vollschwitze bis zum Quietschen, ist jeweils rechtzeitig zum Eindämmern wieder der volle Schutz gewährleistet.

Neben unangenehm warmem Wasser und übel riechenden Sportschuhen gibt es aber auch schöne Momente - wie zum Beispiel das Frühstück nach dem Frühstück.

Heute Morgen bin ich 15 km auf nüchternen Magen gelaufen. Will heissen: Raus aus dem Bett, Zähne putzen, Linsen rein, Laufhose, Socken und Schuhe an, Trinkgurt umgeschnallt, Garmin an und los gings. Es war angenehme 25° warm - aber die Luftfeuchtigkeit betrug 100%. Schon nach rund 2 km wars dann auch fertig mit angenehm. Unglaublich, wie schnell man hier klitschnass ist. Einziger Vorteil: siehe Moskitobarriere!!

Dann das erste Frühstück. Der Magen voll Wasser - es geht kaum was rein. Dementsprechen klein fiel es aus. Nach einer kurzen Ruhepause dann ab in den Pool - siehe Rheumaschwimmen - und dann schlug der grosse Hunger zu.

Auf dem Menue standen ein Bananen-/Melonen-Smoothie, ein Bananen-/Walnuss-Muffin und ein feiner Espresso. Dazu natürlich wieder Unmengen von Wasser. Also nicht neidisch werden - alles ist redlich verdient!!

Samstag, 3. März 2012

Über heisse Nächte, coole Drinks und scharfe Kurven.

Da bin ich mir jetzt schon sicher: Dieser Blog-Titel wird ziemlich viele Hits generieren. Schämt euch ;-)!

Drei Wochen sind fast vorüber und die Stimmung hier im Thanyapura Retreat ist meist vorzüglich. Meist? Nun, wie in jeder Beziehung, in der man auf ziemlich engem Raum zusammen lebt, gibt es auch bei Christian und mir zwischendurch ein paar stinkige Momente. Wenn der Glykogenspiegel im Keller ist und die Futterkrippe in weiter Ferne verwundert das auch nicht weiter. Kaum jedoch ist der Zucker wieder im Lot, herrscht auch schon wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Der Fairness halber muss ich allerdings anfügen, dass meine Schwankungen nicht nur öfter, sondern auch etwas heftiger ausfallen. Sorry Christian, ich hoffe du nimmst es weiterhin sportlich!!

Übrigens: ganz vorzüglich zur Restaurierung des Blutzuckerspiegels und als sofortiger Stimmungsaufheller eignet sich die Pizza im Divine, dem ausgezeichneten Restaurant im Thanyapura Spa & Resort. Obwohl wir uns mehrheitlich mit heimischer Küche (also Thai-Küche) ernähren, muss hin und wieder etwas vertrautes auf den Tisch - so weit weg von der Heimat sowieso.

Zu den heissen Nächten. Nein, wir waren noch nicht in Patong, wirklich nicht. Denn erstens sind wir meist zu müde und zweitens soll man zwei gestandene Mannsbilder ja nicht unnötig in Versuchung führen. Was ist denn aber nun so heiss an den Nächten hier. Ganz einfach: die Temperaturen! Meist wird es kaum weniger als 27°. Natürlich könnte man die Klimaanlage die Nacht durch laufen lassen, aber das macht Krach und birgt eine gewisse Erkältungsgefahr. So kommt es, dass der Schlaf oft unterbrochen wird und demzufolge die Erholung etwas leidet. Und meist könnte ich dann genau um 6 Uhr noch schön weiter schlafen, wenn der Wecker einen neuen Tag einleitet.

Mit den coolen Drinks ist es auch so eine Sache. Es ist unglaublich, welche Mengen an Flüssigkeit wir hier in uns hineinschütten. Selbst nach dem Schwimmen, während dem ich zum Beispiel schon locker einen halben Liter Wasser trinke, verklebt der Mund innert Minuten und schreit nach mehr. Nein, ich trinke nicht das Wasser aus dem Pool, tztz! So kommen gut und gerne 4 - 5 Liter am Tag zusammen.

Da muss dann hin und wieder etwas mit Geschmack her. Eine Dose Cola putze ich in zwei Zügen weg - mit entsprechend lauter Quittierung danach! Und beim Nachtessen gönne ich mir praktisch jeden Tag ein leckeres Singha Bier. Das ist dann eine der kleinen Freuden am Ende eines harten Tages im Büro und selbstverständlich echt verdient.

Last but not least zu den scharfen Kurven. Auch hier muss ich euch enttäuschen, denn unser Blick hier gilt einzig und alleine den kurvenreichen Strassen. Die Thais fackeln nicht lange, wenn es um eine Richtungsänderung geht. So kommt es, dass hier jede Kurve aus einem Radius besteht - meist sehr, sehr eng. Nicht wie bei uns, wo jede Kurve einen Einlenk-, einen Kurven- und einen Auslenk-Radius hat. Entweder man schneidet diese Kurven oder es trägt einem aus der Kurve hinaus. Gerade in der Gruppe ist grösste Vorsicht geboten.

Ansonsten sind die Strassen von vorzüglicher Qualität. Vorsichtig muss man bei den Speedbumps sein und dort, wo es Sand auf der Strasse hat. Und bei Nässe sowieso, weil es dann extrem seifig wird.

Gestern machte ich übrigens zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Steigungen zum Nai Thon Beach - berühmt berüchtigt aus dem Laguna Phuket Triathlon und dem Asia Pacific IM 70.3. Das sind die Steigungen, wo viele Beine den physikalischen Gesetzen von zu kleine Ritzeln nicht mehr gerecht werden!!

Nun weiss auch ich aus erster Hand: es sind Killer-Rampen. Und besonders im Rennen tun sie mit Sicherheit höllisch weh. Da kann dann wahrscheinlich nicht einmal mehr die paradiesische Landschaft die Schmerzen lindern. Wer plant, hier einmal zu racen: Kleine Gänge mitbringen - und ich meine kleine Gänge!!!

Morgen geht's noch auf einen gepflegten 150er. Bleibt zu hoffen, dass die Nacht davor nicht zu heiss wird, der coole Drink im Singular bleibt und die scharfen Kurven alle sicher genommen werden können.

Dienstag, 21. Februar 2012

Lazy!



Gestern war erster offizieller Lazy Day, im Fachjargon auch Ruhetag genannt. Es gibt auch gewisse Leute, die nennen den Ruhetag Superkompensationstag. Da lach ich mich jedes mal tot - wie wenn es so einfach wäre und die Superkompensation schon an einem einzigen Tag einsetzt. Aber lassen wir das, soll doch jeder glauben, was ihm gefällt :-)!

Nein, doch noch eine spitze Bemerkung. Der Ruhetag ist wohl auch einer der kontroversesten Tage im Trainingsalltag von Ausdauerathleten. Bei vielen setzt nämlich schon kurz vor Mittag das schlechte Gewissen ein, die Form oder der Formaufbau könnte Schaden nehmen. Bis am Abend quält sie dann der Gedanken so sehr, dass sie schon fast depressiv werden und doch noch irgend etwas trainingsmässiges veranstalten. Ok, Schluss jetzt, denn wie gesagt, jeder ist selbst für sich verantwortlich.

Unser erster Ruhetag hier in Phuket war denn auch nicht ganz befreit von Bewegung. Nach ausgiebigem Frühstück - ganz wichtig, die Speicher sollten gefüllt werden - gings easy zum Pool, wo wir ein halbes Stündchen im Wasser trieben. Bädelen mit langen Pausen, ja nicht ausser Atem kommen, nur die Sauerstoff-Zufuhr in die Muskeln etwas anschieben.

Dann gings in Richtung Bake, wo das zweite Frühstück wartete. Lecker Espresso und lecker Muffin. Dann ab ins Carnation, wo wir uns für eine Stunden unter die Ellenbogen von talentierten Thaigirls legten. Massage only, kein Happy Ending ... damit das gleich richtig gestellt ist. Dann zurück ins Bake für einen lecker Mango-Smoothie.

Auf dem Weg zurück ins Thanyapura genehmigten wir uns dann noch eine Portion Fried Rice mit Hähnchen und Cashew Nuts. Die Speicher dankten es uns.

Und der Nachmittag? Liegen, Schlafen, Erholen - echt Lazy! Denn kaum hatte der Körper bemerkt, dass er nicht mehr gefordert werden würde an diesem Tag, fuhr er herunter und stellte alle Systeme auf Spargang. So konnte sich auch der Kopf erholen - echt wichtig, denn was wir uns für diese Woche so alles auf das Trainingsmenue gesetzt haben wird auch für die Psyche eine schöne Herausforderung werden.

Und für alle, die zu hause bleiben müssen: Setzt euch ein paar Minuten bequem hin, hört euch den Song an und seid ganz einfach einmal Lazy - mit dem Segen von Ironshark!

Sonntag, 12. Februar 2012

Take it Easy!

Heute Morgen um 6.30 Uhr Lokalzeit war es soweit - der Airbus A330 - 200 der Edelweiss Air setzte nach ruhigem Flug auf der Landebahn des Phuket International Airport auf. Blauer Himmel, 26° Celsius und eine angenehme Brise.

Der Transfer ins Thanyapura Retreat verlief ebenso problemlos, wie die gesamte Reise und so hatte ich um 10 Uhr schon gefrühstückt, ausgepackt, das Velo zusammengebaut und alle meine elektronischen Spielzeuge online gebracht. Einzig der Scooter war noch nicht da, aber der sollte zwei Stunden später auch vor der Türe stehen. Take it easy war eh das Motto des Tages, also auch kein Beinbruch.

So entschied ich mich für eine erste, kurze Schwimmeinheit und fuhr mit dem Rad die wenigen hundert Meter zum Sport Club. Dort erwartete mich folgendes Bild:


Kurz in Worten für alle, die ihren Augen nicht trauen: Olympischer 50m-Pool mit 8 Bahnen, modernste Ozon-Filteranlage (richtig, kein Chlor), Wassertemperatur ca. 28° Celsius. Und jetzt kommts: Der Pool gehörte mir ganz alleine! - nein, nicht nur eine Bahn, der ganze Pool!

Es war also 11 Uhr morgens - ergo 5 Uhr Schweizer Zeit. Ich war rund 14 Stunden unterwegs, 10 davon sitzend im Flugzeug. Mein Hals fühlte sich nicht gut an und ich hatte Mühe mit dem Atmen. Also gabs eine echte Take-it-Easy-Trainingseinheit. Nach 2000m war Schluss, aus die Maus. Mein Körpergefühl und der Hals liessen nicht mehr und auch nichts anderes zu.

Nach einem kurzen Abstecher ins gepflegte Restaurant gleich neben dem Pool und der Begrüssung durch Katja, Thomas und Jaray - sie kamen von der sonntäglichen langen Bikeeinheit zurück - kreuzte auch der Scooter-Vermieter auf. Und ebenfalls Michael, der mit Christian und mir hier die nächsten zwei Wochen trainieren wird.

So gings weiter ins Bake, der angesagtesten lokalen Bäckerei, locker flockig mit den Scootern. Vorher aber mussten die, wie immer, erst einmal aufgetankt werden (vermietet wird hier mit 1l Benzin im Tank?!?) und auch die Thai-Simcard wollte etwas Speck ansetzen.

Wenn wir gerade vom Scooter sprechen. Zu jedem gibts einen schicken Helm. Meiner sogar mit checked flag im echt schnittigen Renndesign. Das wars dann aber auch schon: Sitzen tut das Ding wie eine Blechdose auf einem Zaunpfahl. Drücken tut es überall. Und wehe, wenn man sich damit den Kopf anschlägt - dann schmerzt das wohl mehr als ohne. Doch wie war das doch gleich noch? Richtig: Take it Easy!

Nach dem Bake gings dann noch ins nagelneue Einkaufszentrum Lotus Tesco. Welch ein Kontrast: Hier eine auf Glanz, Glamour und Umsatz getrimmter Konsumtempel, 100m weiter Strassenküchen und Barackenläden.

Morgen kommt Christian an und der will gleich seinen Bock zusammensetzen und eine lockere 120m-Einheit radeln - nein, nein, 2 Stunden und nicht 120km. Mir solls recht sein, ich werde vorher noch Schwimmen gehen. Schliesslich nimmt auch Take-it-Easy früher oder später ein Ende.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Salz in die Wunden!

Warnung: wer schwache Nerven und einen Hang zu leicht entfachbarer Missgunst hat, sollte auch jetzt wieder hier aufhören zu lesen.

Alle anderen geniessen ein paar Eindrücke von Triathlon in Paradise im Thanyapura Sports and Leisure Club:

Thanyapura - Sports Training in Paradise from Thanyapura on Vimeo.

Einziger Wermutstropfen: Auf Phuket gibt es keinen Haselnussstrauch :-(!

Mittwoch, 8. Februar 2012

Wie geht man mit 50° Temperaturunterschied um?

Am Samstag ist es soweit. Um 14.00 Uhr fliege ich mit der Edelweiss nach Phuket, Thailand. Von der sibirischen Kälte in die subtropische Hitze - gut und gerne 50° Temperaturunterschied! Aber besser so, als umgekehrt!

Regelmässige Blogleser mögen sich jetzt fragen: da war doch was, vor einem Jahr? Richtig: Flucht aus dem Paradies! Damals bin ich nach einer Woche Dauerregen entnervt unplanmässig früh wieder in die Schweiz zurückgekehrt. Und ehrlich gesagt: Das Thema Phuket schien damals für immer gegessen. Wieso jetzt also doch wieder?

Nun, wer schwache Nerven und einen Hang zu leicht entfachbarer Missgunst hat, sollte jetzt gleich hier aufhören zu lesen. Dieses Mal werde ich 5 1/2 Wochen auf Phuket bleiben - so lässt es sich gut mit 50° Temperaturunterschied umgehen! Es gibt keinen Grund, gleich am ersten Tag schon loszulegen wie ein Irrer. Die erste Woche steht ganz im Zeichen der Akklimatisation, bevor dann etwas über drei harte Trainingswochen folgen. Die Früchte der Arbeit werden dann am 18. März am Ironman 70.3 Singapore getestet. Nach einer kurzen Erholung fliege ich am 22. März in die Schweiz zurück.

Auf die Idee gebracht, längere Zeit in Phuket zu trainieren, hat mich Christian Fässler aka Ironbarrel. Er zieht nach dreijährigem berufsbegleitendem Studium einen wohlverdienten Sabbatical ein und bereitet sich minutiös auf seinen ersten Ironman in New York vor. So werden wir eine kleine Trainingsgemeinschaft bilden und uns gegenseitig fordern, aber auch bremsen, wenn nötig!

Unseren Trainingsstützpunkt schlagen wir im Thanyapura Sports and Leisure Club auf. Dieses nagelneue Trainingszentrum bietet je einen 50m- und 25m-Pool mit 10 Bahnen, Gym und Leichtathletikbahn. Zudem leitet der legendäre Jürgen Zäck dort die Triathlon-Akademie. Wir werden also Gelegenheit haben, mit Profis und starken Age Groupern zu trainieren.










Selbstverständlich werde ich regelmässig aus dem Triathlon-Paradies berichten.