25. Dezember 2011. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass mir ausgerechnet am Fest der Liebe das Motto für meinen Blog für das Jahr 2012 erschienen ist: love it or leave it - liebe es oder lass es sein! Das ist auch die Lektion, die mich das vergangene Jahr gelehrt hat.

Erst als mir klar wurde, wie sehr ich diesen Sport liebe, ist das Feuer der Leidenschaft wieder aufgeflackert. Aber nur wo echte Liebe ist verdrängt die Leichtigkeit die Verbissenheit. Und diese Leidenschaft und Leichtigkeit hat mir ein unbezahlbares Geschenk beschert: Kona 2012.

Dort, auf dem Ali Drive, wird sich am 13. Oktober 2012 mein grosser Traum erfüllen, wenn ich die Ziellinie überqueren werde. Der lange Weg dorthin wird gepflastert sein mit wunderbaren Momenten und vielen, vielen IMotions. Join me!

Mittwoch, 7. März 2012

Über Rheumaschwimmen, Moskitobarrieren und Frühstück nach dem Frühstück.


In der Schweiz bieten verschiedene Hallenbäder an fixen Tagen Rheumaschwimmen an. Will heissen: Die Wassertemperatur wird auf 29° erhöht, damit Rheumapatienten mehr oder weniger Beschwerdefrei schwimmen können.

Nun, hier im Thanyapura Sports & Leisure Club würden sich wohl alle Rheumaschwimmer pudelwohl fühlen. In der Bildmitte die Wassertemperatur heute Morgen um 11:23 Uhr: 31.5°! Wassertemperatur wohlverstanden, nicht die Lufttemperatur, obwohl auch die bei 31° liegt.

Was sich für einen Rheumapatienten wie eine Wohltat anfühlt, ist für mich der blanke Horror. Seit ich hier bin, und das sind bald einmal vier Wochen, habe ich mich noch bei nicht einem einzigen Schwimmtraining wohl gefühlt. Ich springe ins Wasser und mein Körper verweigert die Leistung. Kommt noch erschwerend hinzu, dass ich - wieso auch immer - kaum Luft bekomme und schon bei langsamen Ausdauereinheiten keuche wie ein Wasserbüffel.

Das ist zwar ärgerlich, aber ich kann absolut nichts daran ändern. Also habe ich mein Schwimmprogramm entsprechend angepasst. Meine Einheiten sind in der Regel nicht länger als 45 Minuten und ich stelle mich so allen 500m kurz unter die etwas kühlere Dusche. So ist es einigermassen erträglich und ich komme dennoch auf ansprechende Umfänge.

Wer nun denkt, das sei ein Luxusproblem, weil das Wasser in der Regel zu kalt ist, dem sei verraten, dass der Schwimm-Weltverband FINA in seinem Regelwerk eine Wassertemperatur zwischen 25° und 28° für Wettkämpfe festlegt. Und im letzten Oktober verstarb der US-Amerikaner Fran Crippen während einem 10 km Open Water Wettkampf in den Vereinigten Arabischen Emiraten - Wassertemperatur ca. 31°.


Zum nächsten Thema: Moskitobarrieren! Wer schon in tropischen Ländern war, lernt schnell den Wert von Moskitogittern vor Fenstern und Terrassen-Türen zu schätzen. So auch hier, ausser, dass vor der Eingangstüre keines zu finden ist. So habe ich mir meine eigene Moskitobarriere gebaut.

Um 100%igen Schutz vor den Plaggeistern zu haben, reichen je ein Paar Velo- und Laufschuhe. Seitlich vor der Eingangstüre platziert verrichten sie wirkungsvoll ihren Dienst. Nach einer Bike- oder Laufeinheit sind sie jeweils so nass, dass die Wirkung bis am nächsten Tag anhält.

So wird auch der widerstandfähigste Moskito beim Versuch in mein Zimmer einzudringen beim Überfliegen der Barriere sofort bewegungs- und damit flugunfähig.

Und da ich die Schuhe jeden Tag wieder aufs Neue vollschwitze bis zum Quietschen, ist jeweils rechtzeitig zum Eindämmern wieder der volle Schutz gewährleistet.

Neben unangenehm warmem Wasser und übel riechenden Sportschuhen gibt es aber auch schöne Momente - wie zum Beispiel das Frühstück nach dem Frühstück.

Heute Morgen bin ich 15 km auf nüchternen Magen gelaufen. Will heissen: Raus aus dem Bett, Zähne putzen, Linsen rein, Laufhose, Socken und Schuhe an, Trinkgurt umgeschnallt, Garmin an und los gings. Es war angenehme 25° warm - aber die Luftfeuchtigkeit betrug 100%. Schon nach rund 2 km wars dann auch fertig mit angenehm. Unglaublich, wie schnell man hier klitschnass ist. Einziger Vorteil: siehe Moskitobarriere!!

Dann das erste Frühstück. Der Magen voll Wasser - es geht kaum was rein. Dementsprechen klein fiel es aus. Nach einer kurzen Ruhepause dann ab in den Pool - siehe Rheumaschwimmen - und dann schlug der grosse Hunger zu.

Auf dem Menue standen ein Bananen-/Melonen-Smoothie, ein Bananen-/Walnuss-Muffin und ein feiner Espresso. Dazu natürlich wieder Unmengen von Wasser. Also nicht neidisch werden - alles ist redlich verdient!!

Samstag, 3. März 2012

Über heisse Nächte, coole Drinks und scharfe Kurven.

Da bin ich mir jetzt schon sicher: Dieser Blog-Titel wird ziemlich viele Hits generieren. Schämt euch ;-)!

Drei Wochen sind fast vorüber und die Stimmung hier im Thanyapura Retreat ist meist vorzüglich. Meist? Nun, wie in jeder Beziehung, in der man auf ziemlich engem Raum zusammen lebt, gibt es auch bei Christian und mir zwischendurch ein paar stinkige Momente. Wenn der Glykogenspiegel im Keller ist und die Futterkrippe in weiter Ferne verwundert das auch nicht weiter. Kaum jedoch ist der Zucker wieder im Lot, herrscht auch schon wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Der Fairness halber muss ich allerdings anfügen, dass meine Schwankungen nicht nur öfter, sondern auch etwas heftiger ausfallen. Sorry Christian, ich hoffe du nimmst es weiterhin sportlich!!

Übrigens: ganz vorzüglich zur Restaurierung des Blutzuckerspiegels und als sofortiger Stimmungsaufheller eignet sich die Pizza im Divine, dem ausgezeichneten Restaurant im Thanyapura Spa & Resort. Obwohl wir uns mehrheitlich mit heimischer Küche (also Thai-Küche) ernähren, muss hin und wieder etwas vertrautes auf den Tisch - so weit weg von der Heimat sowieso.

Zu den heissen Nächten. Nein, wir waren noch nicht in Patong, wirklich nicht. Denn erstens sind wir meist zu müde und zweitens soll man zwei gestandene Mannsbilder ja nicht unnötig in Versuchung führen. Was ist denn aber nun so heiss an den Nächten hier. Ganz einfach: die Temperaturen! Meist wird es kaum weniger als 27°. Natürlich könnte man die Klimaanlage die Nacht durch laufen lassen, aber das macht Krach und birgt eine gewisse Erkältungsgefahr. So kommt es, dass der Schlaf oft unterbrochen wird und demzufolge die Erholung etwas leidet. Und meist könnte ich dann genau um 6 Uhr noch schön weiter schlafen, wenn der Wecker einen neuen Tag einleitet.

Mit den coolen Drinks ist es auch so eine Sache. Es ist unglaublich, welche Mengen an Flüssigkeit wir hier in uns hineinschütten. Selbst nach dem Schwimmen, während dem ich zum Beispiel schon locker einen halben Liter Wasser trinke, verklebt der Mund innert Minuten und schreit nach mehr. Nein, ich trinke nicht das Wasser aus dem Pool, tztz! So kommen gut und gerne 4 - 5 Liter am Tag zusammen.

Da muss dann hin und wieder etwas mit Geschmack her. Eine Dose Cola putze ich in zwei Zügen weg - mit entsprechend lauter Quittierung danach! Und beim Nachtessen gönne ich mir praktisch jeden Tag ein leckeres Singha Bier. Das ist dann eine der kleinen Freuden am Ende eines harten Tages im Büro und selbstverständlich echt verdient.

Last but not least zu den scharfen Kurven. Auch hier muss ich euch enttäuschen, denn unser Blick hier gilt einzig und alleine den kurvenreichen Strassen. Die Thais fackeln nicht lange, wenn es um eine Richtungsänderung geht. So kommt es, dass hier jede Kurve aus einem Radius besteht - meist sehr, sehr eng. Nicht wie bei uns, wo jede Kurve einen Einlenk-, einen Kurven- und einen Auslenk-Radius hat. Entweder man schneidet diese Kurven oder es trägt einem aus der Kurve hinaus. Gerade in der Gruppe ist grösste Vorsicht geboten.

Ansonsten sind die Strassen von vorzüglicher Qualität. Vorsichtig muss man bei den Speedbumps sein und dort, wo es Sand auf der Strasse hat. Und bei Nässe sowieso, weil es dann extrem seifig wird.

Gestern machte ich übrigens zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Steigungen zum Nai Thon Beach - berühmt berüchtigt aus dem Laguna Phuket Triathlon und dem Asia Pacific IM 70.3. Das sind die Steigungen, wo viele Beine den physikalischen Gesetzen von zu kleine Ritzeln nicht mehr gerecht werden!!

Nun weiss auch ich aus erster Hand: es sind Killer-Rampen. Und besonders im Rennen tun sie mit Sicherheit höllisch weh. Da kann dann wahrscheinlich nicht einmal mehr die paradiesische Landschaft die Schmerzen lindern. Wer plant, hier einmal zu racen: Kleine Gänge mitbringen - und ich meine kleine Gänge!!!

Morgen geht's noch auf einen gepflegten 150er. Bleibt zu hoffen, dass die Nacht davor nicht zu heiss wird, der coole Drink im Singular bleibt und die scharfen Kurven alle sicher genommen werden können.