25. Dezember 2011. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass mir ausgerechnet am Fest der Liebe das Motto für meinen Blog für das Jahr 2012 erschienen ist: love it or leave it - liebe es oder lass es sein! Das ist auch die Lektion, die mich das vergangene Jahr gelehrt hat.

Erst als mir klar wurde, wie sehr ich diesen Sport liebe, ist das Feuer der Leidenschaft wieder aufgeflackert. Aber nur wo echte Liebe ist verdrängt die Leichtigkeit die Verbissenheit. Und diese Leidenschaft und Leichtigkeit hat mir ein unbezahlbares Geschenk beschert: Kona 2012.

Dort, auf dem Ali Drive, wird sich am 13. Oktober 2012 mein grosser Traum erfüllen, wenn ich die Ziellinie überqueren werde. Der lange Weg dorthin wird gepflastert sein mit wunderbaren Momenten und vielen, vielen IMotions. Join me!

Dienstag, 22. November 2011

Das Salz in der Suppe: Akklimatisation.

Unter einer Akklimatisierung versteht man bekanntlich die individuelle physiologische Anpassung des Organismusses an veränderte Umweltfaktoren. Gerade wenn man sich aus dem kalten, eher trockenen Mitteleuropäischen Herbst in feuchtes tropisches Klima begibt, setzt man seinen Körper einem nicht zu unterschätzenden Stress aus. Dazu kommt auch noch die Zeitumstellung, welche ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Leistungserbringung darstellt. Allerdings ist dieser Faktor bei Reisen gegen Westen meist weniger tragisch, denn die sportliche Leistung wird oft noch während der Wachphase ausgeführt.

Meine Erfahrung von Kona 2009 lehrte mir, dass hartes Training und Akklimatisation fatal sein können und letzteres das Salz in der Suppe für einen guten Wettkampf ist. Darum stand mein bisheriger Aufenthalt hier voll und ganz unter dem Motto "beat the heat"!

Bei mir äussert sich die Klimaumstellung von kalt auf heiss und feucht mit drei spürbaren Auswirkungen:
  • Der Ruhepuls steigt um ca. 10 - 15 Schläge und folglich auch die Pulswerte bei sportlichen Anstrengungen.
  • Das Atmen fällt schwer, nicht nur durch die höheren Pulswerte, sondern auch aufgrund der feuchten Luft.
  • Mein Körper "bunkert" so viel Flüssigkeit wie möglich und das Wasserlassen wird zur Seltenheit.

Wie weit die Akklimatisation fortgeschritten ist, lässt sich bei mir an den drei genannten Auswirkungen leicht ablesen. Und so war heute denn ein erfolgreicher Tag diesbezüglich. Mein Ruhepuls am Strand war bei 42 Schlägen - vor drei Tagen war er noch bei 55!

Am augenscheinlichsten - oder wohl besser fühlbarer!! - war der Fortschritt aber beim Pinkeln. Vereinfacht ausgedrückt: Es läuft und plätschert wie am Schnürchen - was ober rein geht kommt in regelmässigem Abstand unten wieder raus!

Das sind so kleine Dinge, die Freude bereiten, über die man aber eigentlich nie spricht.

Bleibt also noch der dritte Punkt, die Atmung. Nun, gestern bin ich nach dem Radfahren noch 10 Minuten im Wettkampftempo gelaufen (na ja, es war wohl etwas schneller als mein angestrebtes Tempo :-)). Aber was dabei raus kam, war aller Ehren Wert. Gleiches gilt für mein abschliessendes Schwimmtraining heute früh im wie immer "seichwarmen" Meer.

Jetzt, wo alles wieder wie gehabt im Fluss ist, muss ich im Wettkampf nur noch so locker bleiben, dass ich für einmal keine Toi-Tois aufsuchen muss. Schliesslich ist mir ja schon einmal eine Hawaii-Quali die Toilette runter!