Am letzten Mittwoch beschloss ich spontan der drückenden Sommerhitze zu entfliehen und
düste kurzerhand nach
Savognin ins Ferienhaus. Im Kofferraum das
Rennvelo, denn es wurde langsam Zeit für eine gescheite Passfahrt.

Am Donnerstag Morgen dann perfektes Pässewetter. Schon um 8.30 Uhr war es angenehme 15° und der Himmel präsentierte sich stahlblau und wolkenlos. Von
Savognin ging es hinunter nach
Tiefencastel und dann in den 32 km langen Aufstieg zur
Albula-Passhöhe mit der
ruppigen Rampe hoch nach
Bergün, dem steilen Zwischenstück nach
Preda und dem obergeilen Schlussaufstieg über noch einmal 8 km zur Passhöhe. Ich war schon ein bisschen skeptisch, was wohl meine Beine hergeben würden, aber die
Skepsis verflog schnell. Ich stieg zügig und ordentlich und hatte viel, viel
Spass.
Im
Engadin bliess mir der
Moloja-Wind
heftig entgegen, bis ich in
Silvaplana den Aufstieg zum
Julier unter die Räder nahm. Auch hier gute Beine und so war ich
ruck-
zuck oben. Als Belohnung wartete die rund 25 km lange Abfahrt nach
Savognin und dort die Laufschuhe. Nach 103 km und zwei Pässen mit rund 2'300 Höhenmetern lief ich noch rund 8 km der Julia entlang (Julia ist ein Fluss,
by the way!!) und auch das ging ganz prima.
So neigte sich der erste Tag
zu ende - voll mit
IMotions und purem
Spass an der Bewegung.
Am Freitag stand dann ein Berglauf auf dem Programm. Vom Ferienhaus aus
gings ins
Val Nandroz und hoch nach Radons. Von da aus dann in Richtung Alp
Schmoras und den Panaromaweg hoch in Richtung
Somgant. Über
Tigia zurück zum Haus. Nach 1:55 Std. und 17.4 km machte sich die Gewissheit breit, dass es auch in den Laufschuhen immer besser geht. Ohne Krise aber mit viel Eindrücken einer tollen Bergwelt - so
machts doch gleich doppelt
Spass.
Am Samstag dann der Abstecher ins
Appenzell, wo
Evelyn ihren 50. Geburtstag feierte.
Happy Birthday,
Evelyn!! Für einmal stand die Schlacht am Brunch-
Buffet im Vordergrund. Aber auf dem Nachhauseweg konnte ich mir dann eine
Schwimmeinheit auf der
Lenzerheide doch nicht
verkneiffen!

Gestern dann die ultimative Herausforderung: Kampfwandern mit
Jeannine und
Fernando. Was bitte ist Kampfwandern? Nun, wenn auf dem Schild steht 4 Std. und wir
machens in 2 1/2! Nein, nicht rennen, einfach zügig wandern, mit Stöcken für dynamisches Vorwärtskommen. Von
Mulengs führte unser Weg ins
Val Faller, dann hoch zum
Fourcla da
Faller auf 2'838m ü.M. Auf 8 km überwanden wir gut 1'500 Höhenmeter. Dann weiter zum
Stallerberg mit direktem Sichtkontakt mit
Juf, dem höchsten

ganzjährig bewohnten Weiler in Europa. Und dann zum Schluss der Abstieg nach
Bivio.
Nach Aussage meiner Lehrmeister habe ich mich gut geschlagen und quasi
gerade die
LAP abgelegt. So bin ich nun also auch ausgebildeter Kampfwanderer!
Die Sache mit dem Kampfwandern hat einen tieferen Sinn. Ich suche Möglichkeiten, viele
IMotions miteinander zu vereinen und so spezielle,
erinnerungswürdige "Trainingseinheiten" zu schaffen. Das ist am Sonntag voll und ganz gelungen. Atemberaubende Natur, wunderbare Stille (lediglich ein Plätschern oder Rauschen des Baches oder das
Pfeifen der
Murmeltiere), tolle Gesellschaft von guten Freunden - was will man mehr. Und für alle, die den Wert des
Kampfwanderns bezüglich sportlicher Leistung in Frage stellen: Heute
spüre ich meine gesamte Beinmuskulatur inkl. Rumpf - aber ich fühle mich weder erschöpft noch überbelastet.
Muskulär sehr gefordert - im Kopf frisch und voller Tatendrang!!